Neues Gesicht beim Frauennotruf

Meike Uphoff präsentiert die Flyer des Frauennotrufs Langenhagen.Foto: C. Meyer

Beratung und Unterstützung bei gestörtem Essverhalten

Langenhagen (com). Der Frauennotruf Langenhagen hat ein neues Gesicht: Meike Uphoff. Die Diplom-Pädagogin ist seit dem 15. April für die gemeinnützige Einrichtung tätig. Der Frauennotruf Langenhagen ist eine Beratungsstelle für Frauen und Mädchen (ab etwa 14 Jahren) mit Gewalterfahrungen. Als Beratungs-und Interventionsstelle bei häuslicher Gewalt ist der Frauennotruf Langenhagen zuständig für die Kontaktaufnahme und Erstintervention nach Polizeieinsätzen in Langenhagen und Umgebung.
Meike Uphoff ist zuständig für die Bereiche Beratung, Öffentlichkeitsarbeit, Koordination und Vernetzung. Zudem kümmert sie sich jeden Dienstag von 16 bis 17 Uhr um die Beratung für Frauen und Mädchen mit Essstörungen, wie Bulimie oder Magersucht. Vorher arbeitete Uphoff in einer Wohngemeinschaft für Frauen mit Essstörungen. „Wir wollen eine Anlaufstelle für betroffene Mädchen und Frauen sowie deren Angehörigen bieten. Wenn es die Betroffenen wünschen leiten wird weitere Hilfsmaßnahmen wie die Vermittlung von Therapeuten ein“, erklärt Meike Uphoff. Bisher gebe es keine ausreichende Beratung in Langenhagen, die sich mit diesem speziellen Thema auseinandersetzt, so die Leiterin des Frauennotrufs, Antoaneta Slavova. „Wir sehen uns für die Betroffenen und Angehörigen als Schnittstelle und Wegweiser zugleich“, ergänzt Meike Uphoff. Als anonyme Beratungsstelle setzt sich der Frauennotruf jedoch nur mit einer weiterführenden Hilfe in Verbindung, wenn es von den Frauen ausdrücklich gewünscht wird. In den Beratungsgesprächen befassen sich die Mitarbeiterinnen insbesondere mit den Hintergründen der Krankheit: Warum entwickelt ein Mädchen eine Essstörung? Wo liegt die Ursache dafür?
Essstörungen sind heute ein gesellschaftliches Problem, denn in den Medien wird immer wieder das Ideal des „perfekten, schlanken Frauentyps“ propagiert, sagt Slavova. „Schlank sein ist in unserer Gesellschaft mit positiven Attributen belegt, wohingegen 'dick sein' negative Assoziationen bis hin zu Ausgrenzung und Ekel hervorbringt", führt Uphoff weiter aus. Dieses Medienbild führt auch dazu, dass viele junge Mädchen abgemagerten Models nacheifern, die gesundheitsbedrohliche oder sogar lebensgefährliche Körpermaße vorzuweisen haben. Die Diplom-Pädagogin wünscht sich, durch das neue Beratungsangebot beim Frauennotruf, dass „Frauen, die ein Problem mit ihrem Essverhalten haben, einen Ansprechpartner haben und dass die Angehörigen eine Anlaufstelle in dieser schwierigen Zeit haben.“ Weitere Informationen und Ansprechpartner sind im Internet unter www.frauennotruf-langenhagen.de/maedchen zu finden.