Neues Wohnen für Frösche

Beim Ortstermin (von links): Mario Honkomp und Michael Hesse von der Flughafen GmbH mit Ricky Stankewitz und Georg Obermayr vom NABU-Langenhagen. (Foto: G. Gosewisch)

Große Investition in Laichgewässer an der Nordbahn

Engelbostel (gg). Auf einigen Wiesen, ganz in der Nähe des Sicherheitszaunes der Flughafen-Nordbahn, haben die Laubfrösche nun ein optimales zu Hause: 25 Tümpel wurden mit Maschineneinsatz landschaftsgärtnerisch bearbeitet, rund 30.000 Euro investierte die Flughafen GmbH. Wasserpflanzen und Bäume wurden gerodet, das Wiesengras wurde gemäht und gemulcht, um im Frühjahr eine frühe Erwärmung des Wassers zu ermöglichen. Die brauchen die Frösche zum Ablaichen. „Es finden jahreszeitliche, saisonale und tägliche Wanderbewegungen statt. Die Überwinterungsplätze befinden sich im Boden in Büschen. Zum Ablaichen benötigt der Laubfrosch gut besonnte, flache Gewässer im Grünland ohne Fischbesatz, denn die fressen den Laich und die Kaulquappen des Laubfrosches und tragen vielerorts wesentlich zum Aussterben des Laubfrosches bei“, erklärt Ricky Stankewitz, Naturschutzbeauftragter der Region Hannover und Vorsitzender der NABU-Ortsgruppe. Vor rund zwei Jahren hat er eine Bestandsaufnahme der Wiesen gemacht und eine sogenannte Verlandung festgestellt, die dem Laubfrosch die Lebensgrundlage entzieht. Angelegt wurden die Wiesen ursprünglich im Rahmen der Verlängerung der Nordbahn. Mit der Genehmigung bekam die Flughafen GmbH eine lange Liste mit Pflichten: 64 ökologische Kompensationsmaßnahmen mussten realisiert werden, eine davon war, den Lebensraum für Laubfrösche herzustellen. „Eine Erstsanierung wäre für den NABU alleine nicht zu stemmen gewesen“, merkt Stankewitz an und freut sich über die vereinbarte Kooperation nach gemeinsamen Gesprächen mit der Flughafen GmbH, der Naturschutzbehörde der Region Hannover und der NABU-Ortsgruppe. Für die weitere Pflege, die über einen Pachtvertrag zwischen NABU-Ortsgruppe und der Flughafen GmbH noch festgelegt werden soll, verlässt sich Stankewitz auf 30 ehrenamtliche Helfer. Ab 2015 rechnet er mit vier Pflegeeinsätzen zu je 40 Arbeitsstunden, die nötig werden, um den Zustand für die Frösche zu erhalten. „Hier musste keiner eine Kröte schlucken. Bald können wir uns alle über ein Froschkonzert freuen“, scherzt er.