„Nicht am falschen Ende sparen“

Das "Dinobad" in Hamburg: Themenbezogene Bäder sind zurzeit der Renner.Foto: O. Krebs
 
Das Bille-Bad in Hamburg: Nicht alles war nach Meinung des Ausschusses Gold, was glänzt.Foto: O. Krebs

Pläne für Badneubau werden konkreter: Ansatz bei 23 Millionen Euro

Langenhagen (ok). Investitionssumme, Besucherzahl, Eintrittspreise des geplanten Bades an der Theodor-Heuss-Straße– wie heißt es landläufig so schön: Nichts Genaues weiß man nicht. Aber es wird auf jeden Fall konkreter; der Ablaufplan steht. Stichwortartig im Einzelnen: Entwurf und Aufstellungsbeschluss bis November, dann in den Verwaltungsausschuss, Satzungsbeschluss bis März 2014, Baubeginn Mitte 2014. Stehen soll das Bad dann letztendlich Ende 2016. Zum 1. Januar 2014 soll der Eigenbetrieb Bad gegründet werden. Ein eng getaktetes Vorhaben, das nach Ansicht von Stadtbaurat Carsten Hettwer aber durchaus zu realisieren ist; am 15. und 16. Juni setzen sich die Mitglieder des Badausschusses zunächst einmal mit den Architektenentwürfen auseinander, dann geht es zum Beispiel auch darum, ob es nun sechs oder acht Bahnen werden und auch um das Energiekonzept. Anregungen hat sich der Badausschuss schon in mehreren Städten geholt, zuletzt schauten sich die Mitglieder drei ganz unterschiedliche Bäder in Hamburg an. „Von denen können wir keins 1 zu 1 übertragen, aber durchaus von den Erfahrungen profitieren“, so Hettwers Fazit. Den Nerv vieler Ausschussmitglieder hatte vor allen Dingen das Bad „Festland“ in Altona mit seiner Freizeitlandschaft getroffen, die fast an die Kulisse des Films „Jurassic Park“ erinnert. „Die Erfahrung hat gezeigt, dass themenbezogene Bäder gut nachgefragt werden“, gab Hettwer den Ausschussmitgliedern mit auf den Weg. Die sahen bei der Reise in die Hansestadt aber auch einiges, was ihnen nicht so gut gefallen hat. Gerade am Bille-Bad, der letzten Station, habe der „Zahn der Zeit“ in Form von Rost schon genagt und das schon fünf Jahre nach der Renovierung. „Ein Zeichen mangelhafter Bauausführung und vielleicht auch des falschen Materials. Es darf nicht am falschen Ende gespart werden; das wirkt sich auf die Lebenszykluskosten aus“, mahnte Stadtbaurat Carsten Hettwer, der sich als ehemaliger Wasserballer bestens im und auch mit dem kühlen Nass auskennt.
Bei Christa Röders Anmerkung, dass alle Bäder im Endeffekt weniger als 20 Millionen Euro gekostet hätten, trat Hettwer deshalb auch kräftig auf die Euphoriebremse. Die Zahlen seien nicht unbedingt miteinander vergleichbar; gerade auch wegen des sehr unterschiedlichen Materials, das verwendet werden kann. Er machte aber auch deutlich, dass der Ansatz bei 23 Millionen Euro liegt, selbst wenn es einen Puffer bis 27 Millionen Euro Investitionskosten gebe. Der Zuschuss zu den laufenden Betriebskosten soll möglichst nicht 2,1 Millionen Euro jährlich übersteigen.
Nach dem missglückten Versuch mit dem LA2O muss es jetzt klappen, darüber sind sich alle einig. Mirko Heuer (CDU) versprach ein „Höchstmaß an Transparenz“; Architekt Erik Bedijs, der bei der Stadtverwaltung Ansprechpartner in Sachen Bad ist, sicherte zu, nicht „die Katze im Sack zu kaufen“, sondern nicht nur beim Planen, sondern auch beim Bauen und der Objektüberwachung auf Qualität zu achten. Und von guter Qualität sei auch das Grundwasser, das etwas aufbereitet genutzt werden soll. „Darin kann man nicht nur schwimmen, sondern es sogar zum Bierbrauen verwenden“, ist Carsten Hettwer überzeugt.
In der abschließenden Einwohnerfragestunde meldete sich Friedhelm Leiding vom SV Langenhagen zu Wort, sieht ein Übungsbecken mit Hubboden als ideale Lösung für die Nichtschwimmerausbildung, Jogging und Spinning an. Der normale Badebetrieb solle vom Vereinssport wie Schwimmen und Wasserball getrennt werden. So auch Hettwers Intention, der durchaus eine modulare Bauweise bevorzugt. Aber wie gesagt, es wird noch konkreter.