Nicht aufgehoben, nur aufgeschoben

Sommerfest in Kaltenweide fällt aus/Wechsel mit dem Mühlenfest geplant

Kaltenweide. Das Sommerfest in Kaltenweide findet in diesem Jahr nicht statt. Darauf haben sich die Vorstandsmitglieder der Interessengemeinschaft Weiherfeld Kaltenweide (IWK) mit den Teilnehmern eines Informationsabends im Margeritenhof geeinigt. Aber die vor fast acht Jahren ins Leben gerufene Veranstaltung ist nicht aufgehoben, nur aufgeschoben: Im Sommer 2020 soll es nach gegenwärtiger Planung wieder ein Fest geben.
Bei der Versammlung im Kaltenweider Seniorenheim ging es darum, ob und wie man das Fest noch retten könnte. Die IWK hatte im Vorfeld, wie berichtet, die fehlende Unterstützung in personeller und finanzieller Hinsicht kritisiert und betont, dass sie aus eigener Kraft das Event nicht mehr würde stemmen können. Daher waren nun viele Kaltenweider aufgerufen, an der Versammlung teilzunehmen und ihre Hilfe anzubieten, damit die Organisation auf mehrere Schultern verteilt werden und zur Aufrechterhaltung des Sommerfestes führen kann. Doch die Resonanz war für die Initiatoren niederschmetternd. Nur 13 Personen waren anwesend – und das schon inklusive der drei IWK-Vorstandsmitglieder Dieter Treytnar, Gabriele Gallinat und Erika Schmitt.
„Überall habe ich zuletzt gehört, wie wichtig das Sommerfest für Kaltenweide ist und dass es erhalten bleiben muss. Aber diese Beteiligung ist leider enttäuschend“, sagte Treytnar. Anwesend waren einige Vereinsvertreter, beispielsweise mit Axel Siebert der Vorsitzende vom Schützenverein Kaltenweide. „Eigentlich müssten hier 50 Leute sein. Dann könnte man das Fest retten. Aber so bleibt es doch immer an den gleichen Idioten hängen“, sagte der Schützenchef. Andreas Eilers, der für die WAL im Ortsrat Kaltenweide sitzt, stimmte zu. „Es zeigt sich heute wieder, dass man kaum noch Ehrenamtliche findet.“
Deutlich zu spüren war jedoch der Wille der Anwesenden, mit der Übernahme von Aufgaben – Treytnar hatte eine To-Do-Liste rumgehen lassen – ihren Anteil für den Erhalt des Sommerfestes zu leisten. Sogar der Wunschtermin (24. August) war Teil der von Sachlichkeit geprägten Diskussionen, nachdem Konkurrenzveranstaltungen wie Seefest und Schützenfest recherchiert wurden. Deutlich zu spüren war aber auch: Als die Entscheidung für die Aussetzung des Festes getroffen war, fiel allen Beteiligten ein Stein vom Herzen – denn nicht alle Aufgaben fanden einen Abnehmer, und die Zeit drängt sowieso. Die achte Auflage des Sommerfestes wäre so in fünf Monaten nicht auf die Beine zu stellen gewesen.
„Wir haben von der IWK kurz nach dem Ende eines Festes schon mit der Vorbereitung des nächsten begonnen. Von daher tut uns eine Verschnaufpause auch mal ganz gut“, sagte Treytnar. Aus der Versammlung heraus entstand der Vorschlag, das Sommerfest ab sofort im jährlichen Wechsel mit dem Mühlenfest stattfinden zu lassen. Rund um die Mühle wird am 23. Juni gefeiert – dort steht das nächste Fest dann turnusmäßig wieder 2021 auf dem Programm. „Vielleicht gewinnt man dadurch mehr Helfer. Man sieht ja, wie viele Leute hier waren – da war ich wohl zu optimistisch in meiner Annahme, dass wir das Sommerfest retten können“, sagte das Kaltenweider Ortsratmitglied Domenic Veltrup. Auch der CDU-Politiker hatte sich bereit erklärt, Aufgaben von Treytnars Liste zu übernehmen. Es fehlten aber weitere Schultern zur Verteilung. Der Tenor bei allen Teilnehmern des Abends im Margeritenhof: Der Schritt ist richtig, aber schade. „Es fühlt sich so an, als wenn der Weihnachtsmarkt ausfällt“, sagte Veltrup.