„Nicht verloren, nur gewonnen“

Ist wieder wohlbehalten in der Heimat gelandet: Anne Kröncke.Foto: O. Krebs

Anne Kröncke hat USA-Aufenthalt „menschlich vorangebracht“

Langenhagen (ok). Anne is back: So ganz kann sie den leichten amerikanischen Slang in ihrer Stimme nicht verleugnen, aber nach fast drei Wochen ist Anne Kröncke langsam schon wieder in Langenhagen angekommen. Fast fünf Monate war die 16-Jährige als Austauschschülerin in New Jersey, hat dort Land und Leute und vor allen Dingen eine andere Kultur kennen gelernt; das ECHO hat regelmäßig über Annes Erfahrungen am Rande New Yorks berichtet. Eine Zeit, die der Teenager mit den strahlend blauen Augen nicht missen möchte und die sie aus eigener Sicht auch menschlich vorangebracht hat. „Ich bin offener, toleranter und auch freundlicher geworden“, schätzt sich die Gymnasiastin, die zum Halbjahr gleich wieder in ihrer alten zehnten Klasse eingestiegen ist, selbst ein. Geholfen habe dabei sicher der Besuch der privaten High School, wo es richtig familiär zugegangen sei. Es sei ihr nach ihrer Rückkehr besonders aufgefallen, dass die Mitmenschen hirezulande eher weg- als hinschauten und viele Dinge eben nicht so gelassen nehmen. Der Begriff „Small Talk“ sei hier eben nicht so weit verbreitet. Die Amerikaner seien dagegen oft allerdings recht oberflächlich, Freundschaften gingen nicht so in die Tiefe.
Was die Umstellung angeht: Noch denkt Anne Kröncke sogar auf Englisch oder besser gesagt Amerikanisch, träumt in der Sprache und schaut zu Hause Serien in der Sprache, die ihr in den vergangenen Monaten so vertraut geworden ist. In der Schule kann sie gut mithalten, im Englischunterricht ist ihr aufgefallen, dass der Lehrer doch eher Britisch spricht. Und in Mathe habe sie sogar Fortschritte gemacht, was sie aus eigener Sicht einem Crashkursus auf der anderen Seite des Ozeans zu verdanken habe. Aber nicht nur die Schule sei in Ordnung gewesen, auch in der Familie mit drei älteren Geschwistern und drei „Ninjakatzen“ habe es ihr super gefallen. Der „Gartenstaat“ New Jersey sei klasse und landschaftlich vielfältig; in einer Autostunde sei man in der Weltstadt New York gewesen. Gewöhnungsbedürftig seien die sehr niedrigen Temperaturen in den vergangenen Wochen, am kältesten Tag im Januar habe das Thermometer minus 20 Grad Celsius angezeigt. Anne Kröncke, die in den Staaten das Snowboarden gelernt hat: „Die Fahrenheit-Skala war schon im Minusbereich.“ Weiße Weihnachten waren ebenso angesagt wie Wege übers Eis zur Schule. „Am Tag der Abreise habe ich 40 statt 20 Minuten zum Flughafen gebraucht, weil so viel Schnee lag“, erinnert sich Anne Kröncke. Wohlbehalten ist die Austauschschülerin, für die es zum ersten Mal zu Silvester kein Feuerwerk gab, zu Hause angekommen, und „es kam mir so vor, als wenn ich gar nicht weggewesen bin“. Mit ihrer Gastfamilie ist sie in regem Kontakt, Fußballspielen – ein Hobby, das sie in den USA begonnen hat – will sie hier weiterhin. Und sich natürlich wieder ihrem geliebten Zirkus Hermine und ihrer Querflöte widmen. Solch einen Austausch kann Anne Kröncke nur jedem weiterempfehlen: „Ich habe dabei sicher nichts verloren, sondern nur gewonnen.“