Niedersachsens Archivare im Rathaus

Arbeitstagung um Standards für Kommunen

Langenhagen (gg). Jährlich treffen sich Niedersachsens Archivare zu einer Arbeitstagung, zum 50. Jubiläum wurde Langenhagen als Veranstaltungsort ausgewählt. „Eine schöne Verknüpfung zum 700-jährigen Stadtjubiläum“, findet Langenhagens Stadtarchivarin Heike Brück-Winkelmann, denn der Wert des Erinnerns sei präsent. An zwei Tagen beschäftigen sich über hundert Teilnehmer mit den Grundlagen der Archivarbeit, mit der Personalausstattung der Archive, mit den möglichen Vorkehrungen für die Sicherung von Archivgut und mit den Dimensionen und Anforderungen rund um das Thema Digitalisierung. Den Archivaren geht es jedoch auch um eine Wirkung für die öffentliche Wahrnehmung. „Mit dem Begriff „Verstaubt“ wird das Berufsbild des Archivars im Vorurteil beschrieben“, sagt der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Niedersächsischen Kommunalarchive (ANKA) Henning Steinführer. „Aber ganz das Gegenteil ist der Fall – Archivarbeit ist eine auf die Zukunft gerichtet Arbeit“, ergänzt Brück-Winkelmann. Das Archiv als „Gedächtnis für die Gemeinde“ sei kein Luxus, den man sich leistet, sondern mit den Bundes- und Landesarchivgesetzen eine Pflichtaufgabe, der Erhalt einer Vielfalt von Quellen zudem eine technische und finanzielle Herausforderung, bestätigen beide. Es sollen Anstöße zu einer Gedenk-Kultur gegeben werden. „Archive sollen als Lernorte wahrgenommen werden“, sagt Steinführer. Sowohl die aktive Nutzung der Bürger als auch die Bürgerbeteiligung sind wichtig und bestätigen eine positive Wahrnehmung. Wenn insbesondere Schüler ein Archiv zu schätzen wissen, wenn sie für Facharbeiten recherchieren, sei viel gewonnen, sagt er und hat dabei auch die Zukunft im Blick, denn absehbar sei ein Fachkräftemangel.