Noch ist alles offen

Das ist doch nicht möglich! Der Blick auf den Kalender zeigt es mir. Heute, ist Donnerstag, und ich bin wieder dran, den Artikel „quergedacht“ zu schreiben. Es ist der 31. Januar 2019. Da steht es schwarz auf weiß. Der erste Monat des neuen Jahres ist schon wieder um. Haben wir nicht vor kurzem erst den Christbaum zum Biomüll rausgestellt und die Weihnachtsdekoration in die Kartons zurückgepackt? Ich weiß nicht, wie es ihnen damit geht, aber für mich sind die ersten Wochen wie im Fluge vergangen. Ein Zwölftel des Jahres liegt hinter uns. Ein Blick zurück ist ernüchternd. Es war alles, wie im letzten Jahr. In vielen Arbeitssitzungen wurde das neue Jahr geplant und mit vielen Eintragungen dem „jungfräulichen“ Kalender seine „Unschuld“ genommen. Erste Termine sind gesetzt, manche schon weit im Voraus, für den Herbst des Jahres. Und bei einigen Terminanfragen wird es schon eng. Langsam beginnt der Druck wieder zu steigen. „The same procedure as last year!“ Aber Halt, muss das so sein? Ich denke, nein! Wie ginge es mir und uns, wenn wir unser Leben entschleunigen würden? Nehmen wir doch unserem Leben die sinnlose Hektik und Hast. Versuchen wir doch für alles eine angemessene Geschwindigkeit zu finden. Das liegt total im Trend. „Slow Food“ statt „Fast Food“. „Slow Life“ als Reaktion auf „Fast Living“. „Fast“, also immer schnell, schnell, macht auf die Dauer nur unzufrieden. Wenn wir die Geschwindigkeit herunterfahren, werden wir recht bald spüren, dass der Stress nachlässt. Wir leben glücklicher und gesünder. Durch diese positive Langsamkeit, die nichts mit Trägheit oder Lahmheit zu tun hat, werden wir achtsamer im Umgang mit der Umwelt, unseren Mitmenschen und nicht zuletzt mit uns selbst. Unser Dasein bekommt mehr und mehr Lebensqualität. Ich denke, noch ist alles offen für 2019. Es ist noch nicht zu spät, diesen Trend mitzumachen. Wir haben noch die Chance vieles zu verändern. Und wir müssen dann nicht sagen: „The same procedure as every year“.

Wolfgang Frost, Gemeindereferent