Nur auf den ersten Blick

Langenhagener Polizei setzt weiter auf Prävention

Langenhagen (ok). Auf den ersten Blick sieht die Bilanz der Polizei Langenhagen in Sachen Kriminalstatistik nicht besonders aus: Die Straftaten sind 2011 im Vergleich zum Vorjahr um 2,6 Prozent gestiegen; was die Aufklärung angeht, ist allerdings ein Rückgang von etwa neun Prozent zu verzeichnen. Doch, wie gesagt, nur auf den ersten Blick, denn Kommissariatsleiter Reinhard Cichowski hat einleuchtende Erklärungen für die Tendenz. Zum einen sei die Zahl der Schwarzfahrer wegen eines neuen Erfassungsverfahrens der Üstra stark zurückgegangen – 145 im Vergleich zu 406 im Jahre 2010. Das mache sich bei der Aufklärungsquote stark bemerkbar, denn hier werde der Täter in der Regel gleich mitgeliefert.“ Zum anderen sei die Zahl der schweren Diebstähle aus Kraftfahrzeugen von 135 auf 169, die Zahl der Diebstähle an Kraftfahrzeugen von 127 auf 270 angestiegen – Delikte die nach Auskunft der Ermittler oft schwer aufzuklären seien. Auffällig: Mächtig gestiegen ist auch die Zahl der Fahrraddiebstähle – 279 im Vergleich zu 199 im Jahre 2010. Während die Zahl der räuberischen Straftate im Vergleich zu 2010 von 43 auf 26 gesunken ist, gab es im gleichen Zeitraum einen Anstieg von 1.525 auf 1.905 bei den Diebstählen. Eine Steigerung im negativen Sinne ist auch bei den Körperverletzungen und bei den Delikten zu verzeichnen, die in der Bereich der Kriminalität mit Betäubungsmitteln fallen; insgesamt 35 mehr als im Vorjahr.
Bemerkenswert: Die Zahl der Einbrüche in Wohnungen und Häuser – sowohl tagsüber als auch nachts – ist im Vergleichszeitraum zwar von 85 auf 106 gestiegen; in 44 Fällen ist es allerdings beim Versuch geblieben. Zwar nicht nachzuweisen, doch das könnte auch in der intensiven Prävention und Aufklärungsarbeit durch Polizeibeamte des Langenhagener Kommissariats liegen. Ein Konzept, an dem Reinhard Cichowski auch weiterhin festhalten, ja es sogar ausbauen und intensivieren will. Cichowski: „Nur so können wir das Sicherheitsgefühl unser Bürgerinnen und Bürger verbessern.“ Besondere Brennpunkte gebe es in der Flughafenstadt nicht, insgesamt fünf Kontaktbeamte und ein Jugendkontaktbeamter schauen in der Kernstadt, den Ortsteilen und am Flughafen nach dem Rechten. Reinhard Cichowski: „Wir sehen uns als Servicedienstleister vor Ort, der auch mal vermittelt, an.“ Etwa 10.500 Mal war die Polizei in Langenhagen im vergangenen Jahr im Einsatz mit dem Funkstreifenwagen, etwa 29 Mal pro Tag. Dazu kommen noch diverse Besuche auf der Wache von Bürgerinnen und Bürgern, die Anzeige erstatten oder einfach Hinweise geben wollten. Tipps, für die die Polizei sehr dankbar ist. Klaus Waschkewitz, Leiter des Kriminalermittlungsdienstes: „Wir brauchen den Bürger und sind auf seine Hinweise angewiesen, denn allein können wir das nicht schaffen.“ Sein Chef Reinhard Cichowski ergänzt: „Lieber einmal mehr als einmal zu wenig anrufen.“