Nur der Griff ins Portmonee fruchtet

Der Standortälteste, Oberst Ulrich Tebbel, zeigt die Wege, die betreten werden dürfen.Foto: O. Krebs

Standortübungsplatz: Bundeswehr will Regeln durchsetzen

Langenhagen (ok). 73,20 Euro – zusammengesetzt aus Bußgeld, Bearbeitungsgebühr und Porto – ist die Summe, die Vielen nach Ansicht der Bundeswehr erst auf die Sprünge hilft. Seit Februar nehmen die Feldjäger nach mehrmaligem Ermahnen – bisher 19 – Anzeigen auf, wenn sich jemand auf dem Standortübungsplatz nördlich der Bothfelder Straße nicht korrekt verhält. Informationsveranstaltungen, Handzettel, Schilder – alles habe bis dahin nicht gefruchtet. Und es sind nach Auffassung vom zuständigen Stabsfeldwebel Frank Wenske vor allen Dingen Hundehalter, Spaziergänger und Jogger, die sich nicht an die Regeln auf dem militärischen Gelände halten. Trotzdem hat der Standortälteste, Oberst Ulrich Tebbel, nicht vor, den 248 Hektar großen Platz komplett zu sperren. Er will an einer Ausnahmeregelung festhalten und den Platz auch langfristig zugänglich machen. „Wir haben ein großes Interesse an gutnachbarlichen Beziehungen“, sagt Tebbel. Das Gebiet ist von der Stadt Hannover als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen, daraus ergeben sich nach den Ausführungen Wenskes mehrere Verhaltensmaßnahmen. So müssen Hunde zum Beispiel das ganze Jahr über an die Leine genommen, befestigte Wege benutzt, Gewässer und Ufer geschützt werden. Darüber hinaus dürfe natürlich auch nicht auf dem Areal gebaut werden und trotzdem habe ein Anwohner aus Isernhagen-Süd einen Parkplatz auf dem Gelände der Bundeswehr errichtet, so Wenske. Anwohnerinnen und Anwohner hätten in den vergangenen Jahren ein „Gewohnheitsrecht“ entwickelt, das es gar nicht gibt, weil die Bundeswehr den Platz lange Zeit kaum genutzt habe. Seit Sommer 2010 ist das allerdings anders, die Schule für Feldjäger, die aus Sonthofen nach Hannover umgezogen ist, nutzt den Platz und auch die Schießanlage im nordwestlichen Bereich verstärkt. Die kann aus Lärmschutzgründen übrigens nicht in die Mitte des Platzes verlegt werden. Der Übungsplatz kann über sechs Zugänge betreten werden, einer auf Langenhagener Seite ist neu; ein befestigter Weg soll in den nächsten Monaten angelegt werden. „Eine rote Flagge bedeutet, dass der Platz gesperrt ist“, erläutert Stabsfeldwebel Wenske. Nicht nur die Bundeswehr übt auf dem Gelände; der Platz wird zum Beispiel auch von Polizeikräften, Johanniter, DRK oder dem Kampfmittelbeseitigungsdienst genutzt.
Die Bundeswehr kündigt ihre Übungstermine quartalsweise auf der Homepage der Stadt Langenhagen unter www.langenhagen.de an. Tagsüber ist der Platz in diesem Monat am 9., 11., vom 17. bis 19. und vom 24. bis 26. Mai gesperrt. Nachts wird am 17., 24. und 25. Mai geübt. Im Juni wird tagsüber am 6. und 7., vom 14. bis zum 16. am 20., 21. und 24. Juni geübt. Nachts ist das Betreten am 6., 14. und 15. Juni verboten.