Nur für Hartgesottene

Erster Lauf am Sonntag über 500 Meter Freistil der Damen. Am Start Elke Hillmann (von links), Susanne Patzig und Elke Ortloff. (Foto: D. Lange)

Erste internationale norddeutsche Eisschwimmmeisterschaft am Silbersee

Langenhagen (dl). Gemessen an der charakterlichen Herkunft dieses Sports im hohen Norden Europas herrschten während des Wettkampfs am Silbersee schon fast tropische Verhältnisse. Regen und flauschige 8 bis 9 Grad Celsius Lufttemperatur bei 5,6 Grad im Wasser, das damit für die strengen Wettkampfregeln schon fast zu warm war. Von Eis und Schnee also keine Spur, was in diesen Breiten ja normal ist im Dezember. Da steht man jenseits vom Polarkreis ganz anderen Herausforderungen gegenüber. Aber auch bei den 5,6 Grad Wassertemperatur vom Wochenende wird sich Otto Normalverbraucher schon sehr genau überlegen, ob er schwimmen geht oder nicht. Von einigen Unentwegten abgesehen, die der körperlichen Fitness wegen auch im Winter auf ihr Bad im See nicht verzichten mögen. Am Wettbewerb auf den kurzen Distanzen konnten alle Aktiven teilnehmen, die über ausreichende Schwimmerfahrung verfügten und älter als 16 Jahre waren. Für die 1.000-Meter-Strecke galten besondere Qualitätsnormen des Internationalen Eisschwimmverbands.. Allen gemeinsam ist die Pflicht zu einem aktuellen Gesundheitszeugnis, für Schwimmer über die 500 und 1.000 Meter mit zusätzlichem EKG-Nachweis. Geschwommen werden darf nur mit Badebekleidung, die auch für Beckenwettkämpfe zugelassen ist, Einschließlich Badekappe, weil insbesondere über den Kopf ein Großteil der Körperwärme abgegeben wird. Für Florian Battermann vom Deutschen Eisschwimmverband Abt. West als Veranstalter war das Wettkampfwochenende mit 65 Startern ein guter Anfang, auf dem sich aufbauen lässt. „Für die Zukunft wünschen wir uns sowohl mehr Teilnehmer als auch mehr Sponsoren“. Ausrichter der Veranstaltung im Silbersee war der Verein Aquafit und Gesund e.V.. zusammen mit der DLRG Langenhagen, die Infrastruktur und ihre Räumlichkeiten zur Verfügung stellte Auch wenn die Topleute aus Finnland und Russland fehlten, versprach die international besetzte Starterliste mit Teilnehmern aus Deutschland, Holland und Dänemark dennoch guten Sport. Sicherheit geht vor, daher sind in der Regel lediglich drei bis vier Schwimmer gleichzeitig am Start, um den sichernden Helfern im Begleitboot die Übersicht zu erleichtern.