Nur noch mit Genehmigung

Die Bundeswehr – hier Stabsfeldwebel Frank Wenske – ärgert sich schon seit Längerem über das Verhalten mancher Mitbürger und reagiert jetzt mit einer drastischen Maßnahme. (Foto: O. Krebs)

Ab Oktober: neue Regelung für den Standortübungsplatz

Langenhagen. Der Standortübungsplatz Hannover zwischen Langenhagen und Isernhagen ist seit Jahren – außerhalb des Übungsbetriebes der Bundeswehr – für die Zivilbevölkerung zugänglich. Dem Standortältesten Hannover, Kapitän zur See Berend Burwitz, war es stets ein Anliegen, den Bürgerinnen und Bürgern der umliegenden Gemeinden die Möglichkeit einzuräumen, den Platz für Spaziergänge, zum Laufen oder zum Radfahren zu besuchen. Allerdings seien immer wieder Verstöße gegen die Bestimmungen festgestellt worden. Burwitz: „Das nachbarschaftliche Verhältnis ist als gut zu bewerten. Leider gibt es aber zu viele Fälle, in denen sich Einzelne nicht an die Regeln halten: Vandalismus, Müllablagerungen, zerschlagene Glasflaschen, verbotene Feuerstellen und insbesondere Hundekot sind leider keine Seltenheit.“ Noch schwerwiegender seien die Verstöße gegen das Betretungsverbot während Übungen, bei denen Munition, pyrotechnische Mittel und unbeleuchtete, getarnte Gefechtsfahrzeuge eingesetzt würden. Zudem würden regelmäßig die Schotterwege verlassen und gesperrte Bereiche betreten, auf denen sich zum Teil noch Weltkriegsmunition befinde. „Immer wieder begeben sich Personen dabei in Gefahr“, erklärt Burwitz, „glücklicherweise ist es bis heute zu keinem Unfall gekommen!“ Gleichzeitig nehme der Ausbildungs- und Übungsbetrieb mit steigenden Einsätzen im Rahmen der Bündnis- und Landesverteidigung zu. Dies gehe mit zusätzlichen Anforderungen an die taktische Ausbildung der Truppe einher. Darüber hinaus werde der Standortübungsplatz auf Grundlage von Mitnut-zungsverträgen regelmäßig von Behörden und Organisationen mit Sicher-heitsaufgaben genutzt. Vor diesem Hintergrund sei es erforderlich, die bisherige Zutrittsregelung sowohl zum Schutz der Bevölkerung als auch zur Gewährleistung der zweckbestimmten Nutzung des Übungsplatzes anzupassen. „Es geht darum, das nachvollziehbare Interesse der Bürgerinnen und Bürger und unsere dienstlichen Erfordernisse aufeinander abzustimmen“, so der Standortälteste, „daher sehe ich mich dazu veranlasst, den Übungsplatz zum 1. Oktober vom Militärischen Bereich zum Militärischen Sicherheitsbereich hochzustufen.“ Damit ist ein Betreten des Platzes ohne explizite Genehmigung untersagt. Anwohnern der umliegenden Gemeinden soll die Möglichkeit weiterhin eingeräumt werden: Voraussetzung dafür ist ein spezieller Ausweis, der ab sofort beim Unterstützungspersonal des Standortältesten beantragt werden kann – unter Telefon (0511) 284-19 82 oder via E-Mail an info-punktHannover@bundeswehr.org.Die Hinweisschilder entlang der Platzgrenzen werden wie folgt angepasst: „Militärischer Sicherheitsbereich – Grenze des Standortübungsplatzes –Schieß- und Übungsbetrieb. Blindgänger! Lebensgefahr! Unbefugtes Betre-ten des Platzes ist verboten und wird strafrechtlich verfolgt.“ Mehrere kleinere Zugänge zum Übungsplatz werden geschlossen. Burwitz: „Ich hoffe, das Verbot stößt auf Verständnis und zeigt Wirkung. Jeder, der sich an die Regeln zum Betreten hält und den Ausweis mit sich führt, ist weiterhin herzlich willkommen.“ Die Stadt Langenhagen wird auch zukünftig auf ihrer Internetseite die Zeiten der Nutzung des Standortübungsplatzes durch Truppe und Mitnutzer bekannt geben. Die Seite wird rechtzeitig zum 1. Oktober aktualisiert. Der Link lautet:www.langenhagen.de/Standortübungsplatz.