„Ohne Barrieren zu mehr Vielfalt“

Andreas Pröve (von links), Hans-Gerhard Nest, Michael Horn, Christoph Bärwinkel und Albert Schneider freuten sich über einen gelungenen Abend anlässlich des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderungen.

Andreas Pröve zog das Publikum in seinen Bann

Langenhagen. Mehr als 40 Besucherinnen und Besucher waren jetzt ins Rathaus der Stadt Langenhagen gekommen, um Andreas Pröve von seiner Reise „Von Vietnam nach Tibet“ berichten zu hören oder zu sehen. Gebärdendolmetscher übersetzen den Vortrag des Fotojournalisten für jene, mit einem eingeschränkten Hörvermögen.
Der Langenhagener Beirat für Menschen mit Behinderungen und das städtische Inklusionsbüro hatten unter dem Motto „Ohne Barrieren zu mehr Vielfalt“ zu dem Abend eingeladen. Er wurde anlässlich des Internationalen Tags der Menschen mit Behinderungen ausgerichtet.
In seiner kurzen Begrüßungsrede lobte der stellvertretende Bürgermeister, Willi Minne, die wichtigen Impulse des vor einem Jahr gegründeten Gremiums. Albert Schneider, Vorsitzender des Beirats, erinnerte eingangs an die Geschichte der Behinderten in Deutschland und erläuterte die Entstehungsgeschichte des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderungen. Beide weisen darauf hin, dass Langenhagen in Bezug auf Inklusion schon Schritte in die richtige Richtung getätigt hätte, aber noch viel zu tun sei.
Was ein Einzelner erreichen kann, selbst wenn er aufgrund eines Verkehrsunfalls querschnittsgelähmt ist, zeigte der Hauptredner des Abends. In seinem gut eineinhalbstündigen Vortrag gab Andreas Pröve mithilfe von faszinierenden Fotos und kleinen Videosequenzen einen visuellen Eindruck, wie abenteuerlich es sein kann, mit einem Rollstuhl Länder wie Vietnam, Kambodscha und China zu bereisen.
Dabei interessierte er sich weniger für die üblichen Touristenattraktionen, sondern für die in den jeweiligen Ländern lebenden Menschen. Er begegnete vielen Menschen, weil er sich nicht scheute, andere um Hilfe zu bitten. Auf diese Weise lernte er etwa einen chinesischen Professor kennen, der täglich rückwärts zur Universität geht, um die Vernetzung in seinem Gehirn anzuregen. Oder er traf einen Lehrer, der in seinem Klassenraum lebt.
Im Laufe seiner Reisen hatte Pröve aber auch gelernt, sich auf sich selbst zu verlassen. So entwickelte er einen „Wagenheber“. Dieser ermöglicht es ihm, während er in seinem Rollstuhl sitzt, dessen Räder abzunehmen, um sie bei Bedarf flicken zu können.
Am Ende des Abends hatten die mehr als  40 begeisterten Vortragsbesucher, von denen fast ein Drittel ebenfalls auf einen Rollstuhl angewiesen ist, viele Eindrücke gewonnen. Von fremden Ländern und auch von Andreas Pröve: Er ist ein Menschen, der sich in seinem Rollstuhl auf Abenteuer begibt.