„Ohne meine Leute wäre ich aufgeschmissen“

Zeigte viele Veränderungen ihrer 30-jährigen Dienstzeit in Langenhagen auf: Monika Gotzes-Karrasch mit dem AG-Vorsitzenden Klaus Danneberg. (Foto: O. Krebs)

Sozialdezernentin Monika Gotzes-Karrasch geht am 31. Mai in den Ruhestand

Langenhagen (ok). 30 Jahre bei ein und demselben Arbeitgeber – das kommt in heutigen Zeit nicht mehr allzu oft vor. Als die Sozialdezernentin und Erste Stadträtin ihren Dienst bei der Stadt Langenhagen antrat, wurde noch auf Matrizen gedruckt. Kindergärten gab es lediglich zwei: einen an der Kolberger, den anderen an der Veilchenstraße. Die studierte Sozialwissenschaftlerin hat in den drei Jahrzehnten eine ganze Menge in der Flughafenstadt erlebt, viel Wandel gesehen. Bei der SP AG 60 plus erzählte sie über die Zeit, in der die rasante Entwicklung des Weiherfeldes, aber auch der Vertrauensverlust zwischen Rat und Verwaltung fällt. Wichtig sei immer gewesen, dass ein kompetentes und zuverlässiges Team hinter ihr gestanden habe. „Ohne meine Leute wäre ich aufgeschmissen“, sagt sie anerkennend. Für fast alle Bereiche war sie zuständig, hat sich zum Beispiel auch mal um das Thema Bauen gekümmert. Jetzt fehlen in den letzten paar Monaten nur noch Finanzen und Personal.
Monika Gotzes-Karrasch erinnert an die beiden Flüchtlingswellen in den 90er-Jahren und 2015, die die Verwaltung trotz aller Schwierigkeiten gut gemeistert habe. Heute gehe es vor allen Dingen um die Integration der Frauen und Männer, die jetzt hier angekommen seien. Die Willkommenskultur müsse mit Leben gefüllt werden. Und wichtig sei es auch, in der Flughafenstadt mit dem großen Angebot und eigenen Einrichtungen noch mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Langenhagen sei eine großzügige Stadt. Monika Gotzes-Karrasch: „Ich bin eine sparsame Hausfrau. Wir haben Glück, dass wir uns das leisten können.“ Da spiele sicher die Wirtschaftsstruktur eine große Rolle, aber der Fachkräftemangel schlage auch hier voll durch. Da komme ein großes Problem auf die Stadt zu. Damit muss sich Monika Gotzes-Karrasch, die als gebürtige Rheinländerin eingefleischer Fan der Bundesligakicker von Borussia Mönchengladbach ist, aber ab Juni nicht mehr beschäftigen. Dann geht sie in den Ruhestand und kann als passionierter Bücherwurm noch mehr Lektüre verschlingen. Sie sei stets bekannt dafür gewesen, nie von oben herab zu agieren, habe immer zugehört, wenn sie angesprochen worden sei und stets versucht, eine Lösung zu finden. „Das gehört auch zu meinem Selbstverständnis“, sagt die bescheidene Führungskraft, die ihre Nachfolgerin oder ihren Nachfolger im Laufe der nächsten Monate aber noch einarbeiten will.