"Parteien sind nichts Verwerfliches"

Klaus Dittmann kritisiert "Bündnis unabhängiger Bürger"

Kaltenweide (ok). Diese Worte des Vorsitzenden der Kaltenweider SPD-Abteilung, Klaus Dittmann, müssen den drei Gründungsmitgliedern des "Bündnisses unabhängiger Bürger" wie Öl runterlaufen. Dittmann lobt das Trio Ulfert Hinz, Wilhelm Behrens und Jens Mommsen als "klug und erfahren", begrüßt die Initiative der Drei sich kontrollierend in die Ratsarbeit einzubringen. Doch damit genug des Lobes, von einer "Kirchturmpolitik" zu sprechen, findet Dittmann unangemessen. Auch das Einholen einzelner Bürgermeinungen sieht Dittmann eher als unrealistisch an, vielmehr ende der Aufwand oft in Frust. Am meisten ärgert den Kaltenweider allerdings, dass die Parteien und ihre Politik als etwas Verwerfliches und Ablehnungsbedürftiges abgekanzelt würden. Die Drei hätten schon etwas gelernt, nämlich den politischen Gegner lächerlich zu machen. Ganz und gar nicht anfreunden kann sich Dittmann mit dem Vorschlag, die Zahl der Ausschüsse zu reduzieren – hier werde kompetente Arbeit geleistet, die Verwaltung zur Diskussion gezwungen, Argumente und Zahlen geprüft. Eine Reduzierung führe dagegen zu längeren Tagesordnungen und damit auch zu einer längeren Sitzungsdauer. Diese Vorstellungen des Trios zeigten, dass sie die Ratsarbeit nur aus spontanen Redebeiträgen während der Einwohnerfragestunde in den Ratssitzungen und den Ausschüssen kennen; selten seien sie in den Ortsräten zu sehen, aber auch dort finde wichtige politische Arbeit statt.