PCB-Gefahr aus Transformatoren bleibt

Betreiber informiert im Ortsrat zur Genehmigung

Godshorn (gg). Das Transformatorenrecycling auf dem Firmengelände an der Berliner Allee 6 war Tagesordnungspunkt der jüngsten Sitzung des Ortsrates Godshorn. Hintergrund ist das laufende Genehmigungs-Verfahren dazu, auf das Grünen-Ratsmitglied Michael Horn bereits im vergangenen Dezember aufmerksam gemacht hat. Er hat die damit verbundene Gefahr eine Umweltbelastung durch das giftige PCB in Isolierölen erläutert. Als Beispiel nannte er die bundesweit bisher größte PCB-Katastrophe der Envio Recycling GmbH & Co KG beim Recyceln von Transformatoren in Dortmund mit kontaminierten Mitarbeitern und verseuchtem Firmengelände, das ECHO berichtete. Nun hat Grünen-Ortsratsmitglied Bernd Juhrig eine Stellungnahme der Beteiligten zu den Risiken in Godshorn erbeten: als Betreiber stand Wolfgang Loeber, Geschäftsführer der Trafo City GmbH, Rede und Antwort; ebenso vom Gewerbeaufsichtsamt Hannover Jürgen Weinreich und Grundstückseigentümer Ahrndt Schütz.
Überraschend kündigte Loeber eine Veränderung seines Geschäftsmodells an: „Wir wollen nicht mehr Recyceln, das Genehmigungsverfahren dafür ist zu schwierig. Wenn wir geahnt hätten, welche Wellen diese Pläne schlagen, hätten wir von vornherein darauf verzichtet. Wir betreiben Handel mit PCB-freien Transformatoren. Wir kaufen Geräte, arbeiten sie auf und verkaufen sie wieder.“ Dass der Handel bereits läuft, bestätigte Weinreich: „Transformatoren mit einem PCB-Gehalt unter 50 ppm (parts per million; 1 Teil pro Million) im Öl gelten gesetzlich als PCB-frei und sind ganz normale Wirtschaftsgüter. Die Voraussetzungen für die Genehmigung dafür sind gegeben.“ Trafo City hat den Bau von Auffangwannen und Öltanks angekündigt, dazu läuft nun ein neu eingebrachtes Genehmigungsverfahren, denn aus den gekauften Transformatoren sollen Öle (mit einem PCB-Gehalt unter 50 ppm) abgelassen werden. Sehr zum Ärger von Wolfgang Fiedel. Der Bauingenieur beobachtet als Anlieger den Betrieb der Trafo City und kommentiert die Informationen von Weinreich als unstimmig.
Als Erfolg wertet Horn die "Kehrtwende" der Trafo City und vermutet als Grund die öffentliche Berichterstattung und Aufmerksamkeit zu den Risiken des Recyclingbetriebs. „Aufgrund von begrenzten Mitarbeiterkapazitäten hat das Gewerbeaufsichtsamt ein Überwachungsproblem. Hier würde es keine Umweltverträglichkeitsprüfung geben, weil der Betrieb zu klein für diese Vorschrift ist. Offenen Fragen würde es zur Betriebshaftpflicht, Sicherheitsrückstellungen, Arbeitsschutz und Betriebsausstattung geben“, zählt er auf und hofft auf eine andauernde Sensibilisierung in der Bevölkerung zu diesem Thema.