Piraten wollen „verstören“

Wolf Liebetrau (links) und Guido Holzem sind ständige Anprechpartner für Interessierte an der Priaten-Partei. (Foto: G. Gosewisch)

Rasante Mitgliederzahlen und Initiative zum Schwimmbad

Langenhagen (gg). „Es gibt viel Wirbel nach unserem Auftritt in der letzten Ratssitzung, das ist toll, wir wollen verstören“, sagt Guido Holzem, Piraten-Pionier in Langenhagen. Als Aktiver der neuen Partei stellte er sich dort vor und nutzte die Einwohnerfragestunde. Zur Finanzierung des geplanten Badneubaus wollte er von den Ratsmitgliedern Antwort haben und bekam insbesondere nach der Sitzung im Foyer den Eindruck, etwas in Gang gebracht zu haben. „Abseits des Fraktionszwangs sind die Meinungen interessant“, so sein Hinweis. Seine Vorgehensweise sei Programm bei den Piraten, medial präsent nach dem Wahlerfolg im Saarland vom letzten Sonntag, mit Verzicht auf ein komplettes inhaltliches Programm und auf Führungspersonen, zumindest zunächst. „Wir funktionieren anders. Online sind wir inhaltlich extrem schnell auf dem Weg - da passt die Beschreibung der so genannten "Schwarm-Intelligenz“, sagt Holzem. In der Praxis bedeutet das, dass über das Internet Themen in Echtzeit diskutiert werden, jeder, der möchte, macht mit – sofort und ohne Hierarchie. „Flashmob“ oder Themen-Recherche, das ist kein Problem mit dem Potential der Gemeinschaft. „Wir freuen uns, dass sehr viele Interessierte zu unseren Stammtischen kommen, da fließt auch Wissen zusammen“, sagt Wolf Liebetrau, stellvertretender Vorsitzender im Regionsverband der Piraten. Zum Thema Schwimmbad-Bau gibt es nach Einschätzung von Holzem einerseits die Meinung „Bloß nicht immer noch das Thema nach jahrelangen Planungen“, andererseits müsse man sich dem stellen, weil die Finanzierungsunklarheit haarsträubend sei.