Prädikat Turn-Talentschule für den SCL

Die Turnmädchen und ihre Trainerinnen und Trainer freuten sich über die Verleihung des DTB-Prädikats, das Rosemarie Napp (hinten, Dritte von rechts) mitbrachte. Foto: A. Hesse

Wilfried Osing sucht weitere junge Turnerinnen

Langenhagen (he). Langenhagen hat jetzt eine vom Deutschen Turnerbund (DTB) zertifizierte Turn-Talentschule: Am Dienstag übergab Rosemarie Napp, Vizepräsidentin Olympischer Spitzensport im DTB, das entsprechende Zertifikat an Wilfried Osing, Chef des Trainerteams für das sogenannte Gerätturnen weiblich im SCL. Ende vergangenen Jahres hatte Osing mit Unterstützung des SCL-Vorstandes und des Niedersächsischen Turnerbundes den entsprechenden Antrag gestellt; nach rund sieben Monaten war es nun soweit. Der Verleihung des Prädikats „DTB-Turn-Talentschule“ war eine Prüfung der Gegebenheiten in der Abteilung Turnen des SCL vorausgegangen: Zahl und Qualifikation der Trainerinnen und Trainer, Ausstattung der Trainingsstätte, Zahl der Turnerinnen, Vorhandensein von Sponsoren, sportmedizinische Betreuung, Vernetzung mit Sportvereinen in der Region – diese und einige weitere Fragen wollte der DTB geklärt wissen, bevor er das Prädikat bewilligte. Und die Antworten fielen offensichtlich zur Zufriedenheit des DTB-Vorstandes aus. Etwa 50 Turnerinnen sind zurzeit im SCL aktiv; etwa 20 der Mädchen trainieren leistungsbezogen, Tendenz steigend, wie Wilfried Osing sagt. Seit 35 Jahren ist er Trainer beim SCL, trainierte früher die Kunstturnerinnen, die nach einer offiziellen Umbenennung jetzt in der Sparte „Gerätturnen weiblich“ trainieren. Die Ausstattung mit Trainern kann sich sehen lassen: Neben Wilfried Osing werden die Turnerinnen von einem weiteren A-Trainer, einer B-Trainerin und zwei C-Trainerinnen trainiert. Auch die Hallenzeiten, die von der Stadt Langenhagen kostenfrei in der Sporthalle der Robert-Koch-Schule zur Verfügung gestellt werden, sind angemessen: Alle Turnerinnen sind zweimal wöchentlich in der Halle anzutreffen; die Leistungsturnerinnen trainieren darüber hinaus regelmäßig auch am Wochenende.
Mit der Verleihung des Prädikats Talentschule ist keine zusätzliche finanzielle Förderung durch den DTB verbunden, zur Verfügung gestellt werden jedoch Referenten, einheitliche Werbematerialien und bei Problemen auch eine Beratung vor Ort. Für die Talentschule selbst entstehen einige zusätzliche Anforderungen: So müssen mehrmals jährlich Sichtungs- und öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen organisiert werden, regelmäßige Fortbildungen der Trainerinnen und Trainer sind verpflichtend, verlangt werden auch Angebote zur Mitgliederbindung, der Ausbau der Verbindungen zu anderen Sportvereinen in der Region, die Einbindung mindestens einer Grundschule am Ort und die Kooperation mit dem neuen DTB-Turnzentrum in Badenstedt, um talentierte Mädchen dorthin abzugeben.
„Turnen ist manchmal immer noch als Kinderquälerei verpönt“, stellte Wilfried Osing in seiner kurzen Ansprache zur Verleihung des Prädikats fest – ein reines Vorurteil, wie er betonte. „Wir achten sehr auf eure Gesundheit und darauf, dass es euch gut geht“, fuhr der Trainer fort; das solle auch in Zukunft so bleiben. Osing sucht für den weiteren Ausbau des Gerätturnens weiblich noch turnbegeisterte Mädchen im Alter zwischen vier und sechs Jahren, die unmittelbar nach den Sommerferien einsteigen können. Trainiert wird regelmäßig dienstags (17 bis 19.30 Uhr) und freitags (16.30 bis 19.30 Uhr) in der Sporthalle der Robert-Koch-Schule an der Rathenaustraße.