Quer gedacht von Marc Gommlich

Pastor Marc Gommlich aus der Elia-Gemeinde

Das ‚Fehlende-Socken-Phänomen‘

Notgedrungen musste ich, aus der kanadischen Wildnis kommend, einen Waschsalon aufsuchen, der mir bisher nur aus Hollywoodfilmen bekannt war. Ich wurde nicht enttäuscht. Außer einem volltätowierten Motorradfahrer und einen spärlich bekleideten Trucker war das Geschäft leer. Nachdem die Wachmaschine mit Münzen versorgt war und lief, hieß es Warten. Nachdem ich bereits mehrere Warnschilder gelesen und alles Interessante an den mit Postern, Plakaten und Werbekärtchen beklebten Wänden betrachtet hatte, viel mein Blick auf einen Karton oben in der hinteren, rechten Ecke. Mit schwarzem Edding war folgender Satz auf Englisch aufgeschrieben: ‚Wenn du einen deiner Socken vermisst, könnte er hier in diesem Karton sein.‘ Diese Fundgrube für einzelne Socken ließ mich schmunzeln. Sechs Monate vorher hatte ich mit einem älteren Kirchengemeindeglied darüber diskutiert, dass es ein großes Geheimnis sei, warum immer wieder einzelne Socken von der Waschmaschine geschluckt werden und so manches Mal nie wieder auftauchen. Haben sie bei sich auch so einen Karton mit einzelnen Socken? Es scheint ein weltweites Phänomen zu sein. Noch erschreckender war es zu sehen, dass dieser Waschsalonfundgrubenkarton voll war. So gut wie niemand schien sich auf die Suche nach seinen verschwundenen, verlorenen Socken zu machen. Gott sei Dank, dass Gott da anders ist. Nur Lukas widmet sich im Neuen Testament der Bibel dreimal diesem Problem und Phänomen, dass im Alltag Kleines, Großes, ja sogar Menschen verloren gehen. Nachzulesen in Kapitel 15. Schaf, Geldstück und Sohn. Alle drei gehen verloren und werden wiedergefunden. Hätten die Menschen zurzeit Jesu schon Socken in Waschmaschinen gewaschen, hätte Jesus das bestimmt auch aufgegriffen. Gott gibt nichts verloren. Er geht allem und vor allem jedem Menschen nach. Auch ihnen. Leider wollen Menschen oft gar nicht gefunden werden. Wie es bei Ihnen aussieht können nur Sie selbst beantworten. Gott will alles finden, was verloren ist. Gott will, dass kein Mensch verloren geht. Wer sich von Gott finden lassen möchte, den wird Gott auch finden. Wer sich nicht finden lassen möchte, den zwingt Gott nicht. Er klopft aber immer wieder im Leben an und ist gespannt, ob die Tür von innen geöffnet wird. Lassen Sie sich finden. Es wird Ihr Leben verändern. In den Gottesdienst zu gehen, ist ein Weg zu sagen: „Gott, hier bin ich. Finde mich, bitte!“