Quergedacht

Tür zum Glauben offen

Jesus sagte: „Ich bin die Tür. Wer durch mich hineingeht, wird gerettet.“ (Johannes 10,9)
Bericht über Paulus und Barnabas in der Apostelgeschichte: Paulus und Barnabas reisten durch die Lande, um den Menschen von Jesus zu er zählen. Sie starteten ihre Reise in Antiochia und kamen schließlich nach Pamphylien, Perge und Attalia und kehrten wieder nach Antiochia zurück (alles im Gebiet der heutigen Türkei).
„Nach ihrer Ankunft riefen sie die ganze Gemeinde in Antiochia zusammen und berichteten, was Gott alles durch sie getan hatte und dass er den Heiden die Tür zum Glauben geöffnet habe.“ (Apg. 14,27)
Dann bildete man in Antiochia einen Ausschuss. Wie lange sollte denn die Tür zum Glauben offen sein? Und kann wirklich Jeder aus diesen Orten reinkommen? Und was ist, wenn die ihre Freunde und Verwandten mitbringen? Können Heiden aus Perge überhaupt offiziell Kirchenmitglieder werden? Die kennen doch unsere Liturgie gar nicht!
Doch die Dinge nahmen ihren Lauf. Überall öffneten Missionare die Tür zum Glauben. Sie hatten ganz unterschiedliche Methoden und die Reaktionen waren ebenso unterschiedlich. Die Sachsen und die Indianer wurden getauft. Und viele andere auch. Von Antiochia war nicht mehr die Rede. Die Tür des Glaubens blieb offen.
Die Unkenrufer sollten es nie schaffen, eine Tür zu konstruieren, durch die man eintreten (und auch austreten) kann, die aber undurchlässig war für Neuigkeiten. Durch die Tür kam eben alles hindurch. Jeder Neuzugang brachte möglicherweise eigene, neue, ungewöhnliche Gedanken, Wünsche und Ideen mit. Und jeder Versuch, die Tür wieder fest zu verschließen, scheiterte – an Jesu Willen, der sich selbst die Tür genannt hatte.

Sabine Behrens, Pastorin