Quergedacht

Bienen

Bei uns summt und brummt es. Sechs Bienenvölker haben seit kurzem im Kirchgarten hinter unserem Gemeindehaus ein Zuhause. Unter einer mächtigen Eiche und mit vielen Blumen und Blüten in der Nähe richten sich die umtriebigen Tierchen ihre Bienenstöcke ein. Ein Imkermeister wird regelmäßig nach den jungen Völkern sehen und sie bald schon auf den Winter vorbereiten.
Ohne Bienen keine Blüten, keine Artenvielfalt, keinen Honig. Schon in der Bibel werden die Bienen als nützliche Tiere erwähnt. Der Geschmack ihres Honigs wird sogar mit der Süßigkeit von Gottes Wort verglichen. Auch der Kirche dienen sie als Vorbild. So vergleicht der Kirchenvater Ambrosius die Kirche gern mit einem Bienenkorb und die Christen mit den treuen und fleißig arbeitenden Bienen. Da sie in der Luft fliegt, verkörpert die Biene auch die in das Königreich des Himmels eintretende Seele. Wenn ich auf die Biene schaue, kann ich nur staunen: für ein Pfund Honig, das sind drei Pfund Nektar, legt sie etwa 120.000 Flugkilometer zurück; das ist als ob sie dreimal um die Erde fliegen würde.
Doch wo immer weniger Bäume und Blumen blühen, verlieren Bienen den Lebensraum. An landwirtschaftlich genutzten Flächen wächst immer weniger Klee. Auch die Trockenheit wirkt sich aus. Deshalb holen wir sie in die Stadt. Am St. Paulus-Kirchturm hat unser Gartenteam bereits ein Insektenhotel für Wildbienen angelegt. Im Gemeindegarten säen und hegen wir bienenfreundliche Pflanzen. Die neuen Bienenvölker zeigen uns, wie aktuell das Thema Artenschutz und Bewahrung der Schöpfung ist.
Die Bienen sollen uns Motivation sein, um Garten oder Balkon auf Insektenfreundlichkeit zu prüfen. Denn Blumen mit ungefüllten Blüten, Spätblüher, Obstbäume und unaufgeräumte Ecken im Garten sind ein Paradies für Honig- und Wildbienen. Und wenn viele Gartenfreunde fleißig bienenfreundliche Blumen pflanzen, wird die Ernte nicht ausbleiben. Bald werden wir uns über „St. Paulus-Honig“ freuen können.

Frank Foerster, Pastor