Quergedacht

Fürchte dich nicht

Der Corona – Virus geht um. Er verbreitet bei vielen Menschen Angst und Schrecken. Werde ich von diesem gefährlichen Erreger angesteckt? Geht von mir eine Gefahr für andere Menschen aus? Wird alles noch viel schlimmer kommen? Diese Fragen bewegen uns wohl alle.
Die Corona – Krise ist ganz unvermittelt über uns hereingebrochen. Sie trifft uns hart. Wir haben uns gut eingerichtet in unserer Welt. Wir haben uns abgesichert in alle Richtungen. Wir achten darauf, dass die „Work-Life-Balance“ stimmt. Und jetzt müssen wir feststellen: Wir haben unsere Leben nicht im Griff. Unser Leben ist gefährdet. Zu unserer Welt gehört deshalb die Angst dazu: Die Angst vor Krankheiten, die Angst zu kurz zu kommen, die Angst davor, ausgeschlossen zu sein.
Ich finde es tröstlich, dass in der Bibel unsere Ängste ernst genommen werden. Jesus selbst hat Angst erlebt, als er im Garten Getsemani vor seinem Leiden gebetet hat. Angst hat sicher auch ihre positiven Seiten. Angst hält uns wach. Sie schützt uns vor unüberlegten Handlungen. Deshalb sind die Maßnahmen, die unsere Regierung ergriffen hat, um die Verbreitung des Corona – Virus zu entschleunigen, richtig. Wir tun gut daran, wenn wir uns schützen, indem wir unsere sozialen Kontakte auf ein Minimum reduzieren und die empfohlenen Hygienemaßnahmen umsetzten.
Aber die Angst steigt manchmal auch tief aus unserem Inneren auf – ohne dass wir sie kontrollieren können. Angst kann uns auch lähmen.
Deshalb bin ich froh darüber, dass Jesus uns am Ende des Matthäusevangeliums Mut zuspricht:. „Und siehe, ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“ Es gibt also noch jemand, der größer ist als Krankheit, Angst und Verzweiflung. Es gibt jemand, der die ganze Welt und mein Leben in seiner Hand hält. Es gibt jemand, zu dem ich mit meiner Angst kommen kann. Jesus hat uns zugesagt, dass er bei uns sein wird in den guten und schweren Zeiten des Lebens.

Hartmut Lütge, Pfarrer