Quergedacht

Wofür brennst du?

Einmal von Sinnen sein. Sich richtig hingeben können. Von seinen Träumen erzählen, ohne Angst, ausgelacht zu werden. Begeisterung mit anderen teilen. Sich verbunden fühlen, mit dem was wirklich trägt. Davon erzählen, was wirklich bewegt. Das Leben spüren, voller Power sein. Aus dem Vollen schöpfen, nicht „vernünftig“ sein und nicht an die Folgen denken, nicht auf die Kosten schauen. Von allen guten Geistern verlassen? Nein! Mit dem Heiligen Geist begabt! So müssen sich die Jüngerinnen und Jünger gefühlt haben an Pfingsten, als Gott seinen Heiligen Geist sandte. An Pfingsten feiern wir, dass Gott uns seinen Heiligen Geist sendet. Die Männer und Frauen in Jerusalem hatten Feuer gefangen, sie waren erfüllt von Gottes Kraft, sie brannten darauf von Gottes Wohltaten zu erzählen. Manche hielten sie für betrunken, weil sie sich so merkwürdig benahmen. Dabei hatten sie einfach keine Angst mehr. Keine Angst vor Verfolgung. Keine Angst, sich lächerlich zu machen. Keine Angst vor Desinteresse.
Petrus deutete in seiner inspirierenden, feurigen Rede das Geschehen als das, was durch den Propheten Joel angekündigt wurde: „Eure Söhne und Töchter werden weissagen, eure Jugendlichen werden Visionen haben und eure alten Menschen werden prophetische Träume haben.“
Egal, ob Sie sich bei den Jugendlichen oder bei den Alten einordnen würden, der Heilige Geist lässt unsere Herzen brennen. Er ist der Wind, der bewegt. Ist die göttliche Kraft, die belebt, die göttliche Energie, die Neues freisetzt. Gott teilt sich durch seinen Heiligen Geist mit. Ohne Ansehen der Person. Die Grenzen zwischen Jung und Alt, einheimisch oder Migrant, oben und unten sind aufgehoben. Gedenken wir morgen des Pfingstgeschehens oder feiern wir die Ausgießung des Heiligen Geistes?

Sabine Behrens, Pastorin