Quergedacht

Gewaltige Wahrheit

Gewalt erzeugt Gegengewalt. Diese Lebenserfahrung kann jeder Mensch gut nachvollziehen. Ganz besonders leicht, wenn wir als Mensch unbeteiligt sind und von außen zuschauen. Wenn es einen dann aber selbst betrifft, ist es alles andere als einfach diesem Motto getreu zu leben.
Es ist schon herzzerreißend, was gerade in den USA passiert. Aber wir Deutschen wissen ja, dass es keine Ausnahmeerscheinung ist. Wir wissen auch, dass es nicht auf Schwarz und Weiß begrenzt ist. Gründe für Konflikte und Gewalt lassen sich immer finden. Und dann gibt es immer sogenannte „gute“ Gründe Gewalt auszuüben. Gewalt ist nicht nur auf ein bis zwei Völker begrenzt. Gewalt ist keine Ausnahmeerscheinung in der Weltgeschichte. Der Mensch hat Gewalt im Herzen. Grundsätzlich. Manchmal tief vergraben. Manchmal offensichtlich an der Oberfläche. Es braucht nur die richtigen Umstände, den einen wunden Punkt und schon zeigt sich die Gewaltbereitschaft. Denken sie jetzt bitte nicht nur an körperliche Gewalt. Kleine Gemeinheiten, ein stichelndes Wort, ein verweigerter Gruß, ja selbst Schweigen sind Formen der Gewalt. Donald Trump bahnt sich seinen Weg zur Kirche mit Gewalt, mit Tränengas. Sofort fiel mir der Bibelbericht ein, der von Petrus erzählt, wie er sein Schwert zieht und einer Wache das Ohr abschlägt, um Jesus vor der Verhaftung zu bewahren. Eigentlich ein guter Grund, den Jesus war unschuldig. Doch Jesus selbst macht bei der Gewalt nicht mit, obwohl er selbst das Opfer der Gewalt ist. Jesus lebt seine Überzeugungen. Jesus lebt die Lebensempfehlungen Gottes, seines Vaters. Und Jesus nutzt seine Macht nicht zur Gewalt, sondern zur Heilung. Er heilt das Ohr der Wache und lässt Petrus sein Schwert wieder einstecken. Ein Eskalieren der Gewalt wurde so gestoppt. Durch Jesus. Durch das Opfer selbst. Große Worte schwingen ist einfach. Jesus aber hat sie auch gelebt. „Wenn dich jemand auf die rechte Wange schlägt, dann halte ihm auch die linke hin.“ sagt Jesus in Matthäus 5,39. Die andere Wange hinhalten? Bin doch nicht blöd, oder? Gut, in diesem Fall ist ihr Motto dann doch wohl: Gewalt erzeugt Gegengewalt.
Ich glaube an Jesus, Gottes Sohn, weil er nicht nur die Wahrheit sagt, sondern sie auch lebt. Wahrheit, die aus unserer menschlichen Sicht oberflächlich gesehen blöd wirkt. Andere Backe hinhalten, den Feind lieben. Das geht doch nicht, dass ist doch aber unmöglich. Das spricht für mich dafür, dass Jesus Gottes Sohn ist, weil er die Wahrheit über unser menschliches Leben und unsere Gewalt kennt. Weil er dabei nicht mitmacht und uns dazu anleiten möchte das Richtige zu tun. Dass das einfach ist und keine Überwindung kostet, hat Jesus nie gesagt. Aber es ist schlichtweg die Wahrheit. Diesem Weg der Wahrheit, diesem Jesus will ich folgen. Kein Mensch kann da mithalten.

Marc Gommlich, Pastor