Quergedacht

Gottes Gegenwart

Am vergangenen Donnerstag haben die katholischen Christen das Fest Fronleichnam gefeiert. Das Fest steht im Zusammenhang mit dem Gründonnerstag, dem letzten Abendmahl, das Jesus mit seinen Jüngern kurz vor seiner Kreuzigung abhielt. Während des Mahls übergab er seinen Anhängern den lebendigen Leib des Herrn in Form von Brot und Wein. Das Fest Fronleichnam feiern Katholiken mit festlichen Umzügen und Prozessionen für die in der Karwoche kein Platz ist. Wir feiern, dass mit dem Brot und dem Wein Jesus wirklich bei uns ist. Man könnte es fast so nennen –Katholiken gehen auf die Straße und bekennen sich zu ihrem Glauben!
Das Fest selbst geht auf das Jahr 1209 zurück. Damals hatte die Augustiner-Nonne Juliana von Lüttich eine Vision. Christus offenbarte ihr demnach eine Mondscheibe, auf der ein dunkler Fleck zu sehen war. Die Mondscheibe sollte das Kirchenjahr darstellen und der Fleck symbolisierte ein fehlendes Fest zu Ehren des Abendmahls.
Fronleichnam hat nichts mit „Froh“ zu tun. Das Wort stammt aus dem Mittelhochdeutschen. Darin stecken „fron“ und „lichnam“. Das bedeutet „Herr“ und „Leib“. Fronleichnam meint so viel wie das "Fest des Leibes Christi".
In diesem Jahr konnten wir keine Prozession veranstalten, da uns „Corona“ noch immer bedrängt. Ich sehe aber, dass sich viele Menschen in den vergangenen Wochen und Monaten auf den Weg gemacht haben, um anderen Menschen in ihrer Einsamkeit oder in ihrer Not zu helfen. Der Dienst am Nächsten wurde intensiv geübt und so auch die liebende Gegenwart Gottes in unserer Welt bezeugt. Herzlichen Dank dafür.

Hartmut Lütge, Pfarrer