Quergedacht

Talita kum!

In Mk 5,21-23, 35-43 wird erzählt, wie Jesus die Tochter des Jairus mit den Worten zum Leben erweckt: „Talita kum!“ – Mädchen steh auf.
Diese Stelle gehört für mich zu den emotionalsten Markusgeschichten. Wahrscheinlich, weil ich selber vier Kinder und inzwischen 2 Enkel habe, und mich ängstige, dass ihnen etwas passieren könnte.
So kann ich die Verzweiflung von den Eltern verstehen, die Panik, die Unordnung die daraus resultiert. In der Bibel wird sogar vom Tumult gesprochen. Und alle schrien, das Kind sei tot.
Jesus entgegnet, das Kind schliefe. Und sie lachten ihn aus.
Und zum Synagogenvorsteher sagt er: Glaube nur!
Happy End! Das Kind wird gerettet.
Seit März 2020 sind für viele Menschen einige Perspektiven ihres Leben gestorben. Plötzlich ist die Lebensgrundlage, das Einkommen, die Sorglosigkeit gestorben. Erklärungsversuche im ganzen Land. Alles eine große Verschwörung, alles gelenkt, alles vom Bösen durchzogen. QAnon! Tumulte und laut werden die Töne nach vergangenen Zeiten.
Da würde ich gerne all´ diesen zurufen: Glaube nur! Glaube, dass nach aller Krise, nach dem Fall und nach der Hoffnungslosigkeit auch ein Anfang stehen kann. Das sich die Perspektiven ändern müssen und aus dem Tod ein Schlaf wird – ein Coronaschlaf.
Aus dem wir aufgeweckt werden mit den Worten: Talita kum!
Damit die Menschen ihren Glauben, ihre Hoffnung nicht verlieren – denn das ist das Schlimmste, was mir passieren kann, was uns passieren kann.
Dass Glaube und Hoffnung wächst, wünsche ich der Gesellschaft, wünsche ich den Bürgerinnen und Bürgern von Langenhagen und allen Leserinnen und Lesern.

Michael Habel, Gemeindereferent