Quergedacht

Mein zerbrechliches Leben hängt an dir, Gott

In den In den letzten Wochen haben mich viele Menschen gefragt, wie wir in der Gemeinde durch die Monate der Corona Pandemie gekommen sind und wie es mir jetzt geht und was ich dazu denke. Ganz ehrlich? Ich hab keine Lust mehr und würde am liebsten gegen das Virus demonstrieren. Gegen das Virus wohlgemerkt, nicht gegen die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Die halte ich für sehr sinnvoll.
Zu den Erfahrungen der letzten Monate gehört, dass uns allen klar geworden ist, dass wir unser Leben nicht zu 100% in der Hand haben. Das wissen wir eigentlich auch ohne eine Corona Pandemie, aber wir machen uns das meistens nicht so bewusst. Bis vor einem halben Jahr war es ein eher theoretisches Wissen. Dann aber haben wir erfahren, dass es einfach so passiert und dass es jeden und jede von uns trifft.
Heute Morgen habe ich folgenden Satz aus dem Psalm 63 gelesen: „Mein zerbrechliches Leben hängt an dir, Gott, deine rechte Hand soll mich festhalten.“
Und ich dachte: Keine dünne Durchhalteparole, sondern ein kleines Gebet, mit dem ich in dieser Zeit weitermachen kann. Ich kann durchhalten, weil Gott mich durchhält. Weil seine Hand mich hält. Er greift nicht durch und schlägt nicht auf den Tisch.
Er hält mich. Eine Hoffnung, eine Bitte, ein Gebet. Leise und sacht ist er da. Ist er es wirklich? Ja, er ist es, darauf vertraue ich. Ich werde gehalten und hoffe und vertraue und geh die nächsten Schritte.

Sabine Behrens, Pastorin