Quergedacht

Ein Rundumblick

„Blick auf Dich auf eine Art und Weise, wie andere Leute Dich noch nicht gesehen haben.“ Mit diesen Worten ermuntert Kamala Harris die junge Generation in Amerika, sich selbst etwas zuzutrauen und seinen eigenen Weg zu gehen.
In verschiedenen Situationen im Leben stoßen wir an unsere Grenzen. Es passiert, dass wir das Gefühl haben, nicht weiterzukommen. Es passiert, dass wir den Mut verlieren.
Hier bedarf es eines Perspektivwechsels. Ich könnte mir einmal Zeit für mich selbst nehmen. Das können 15 Minuten am Tag sein. Vielleicht geht das gut am Ende eines Tages. Ich suche mir einen ruhigen Ort. Vielleicht zünde ich eine Kerze an und stelle mir folgende Fragen mit Blick auf den vergangenen Tag:

• Was hat mich überrascht?

• Was bedauere ich?

• Was ist nicht so gelungen?

• Was ist unerfüllt geblieben?

• Was erfüllte mich mit Freude und Energie?

• Gab es Höhepunkte?

• Was ließ mich lachen?

• Was hat mich berührt?

Durch diese Fragen sehe ich mein Leben und mich selbst als Person auf eine neue Art und Weise. Ich sehe nicht nur an, was ich gut kann. Ich sehe nicht nur an, wo mir etwas misslungen ist. Vielmehr habe ich durch diese Fragen die Möglichkeit, mein Leben so anzusehen, dass ich es besser annehmen kann. Es ist ein Rundumblick, der es mir ermöglicht, mein inneres Erleben zu strukturieren. Und dann kann ich es auch Gott hinhalten. Ich kann ihm danken für das Schöne an diesem Tag und ich kann ihn um Unterstützung bitten für das Schwere. Durch diese Hoffnung auf seine Zuwendung und den veränderten Blick können Sie sich so sehen, wie Sie andere Leute noch nie gesehen haben und Dinge schaffen, die zunächst unmöglich scheinen. Und dann sind wir wieder bei dem Appell von Kamala Harris.
Für die Tage im November wünsche ich Ihnen diesen Blick, diese Hoffnung und diese Zuversicht.

Benedikt Koßmann, Pastoralassistent, Pfarreien St. Maria-Immaculata Mellendorf, St. Paulus Burgwedel und Liebfrauen Langenhagen