Quergedacht

Nach vorne blicken können

Zu zeigen wofür wir stehen, kann manchmal schwer sein: „Ich weiß nicht, was du sagst.“ Lukas 22, 59 So antwortet Simon Petrus dreimal, als er auf den verhafteten Jesus angesprochen wird. Und Jesus hatte ihm dieses Kneifen sogar vorher angekündigt: „Noch ehe der Hahn kräht, wirst Du mich dreimal verleugnen.“ Lukas 22, 34 In dieser Nacht, in der Jesus gefangen genommen wird, möchte keiner zu seinen Jüngern gehören.
Doch sooft Petrus leugnet: Er hat auch eine andere Seite. Für die Nachfolge Jesu hat er alles verlassen. Er ist zuverlässig, manchmal etwas aufbrausend. Sein Wort wurde von den anderen Jüngern gehört. Und auch Jesus hat eine besondere Bindung zu Petrus. Schon bei der Ankündigung der Verleugnung sagt er ihm zu, für ihn zu beten, dass sein Glaube nicht aufhöre. Ebenso traut er ihm die Verantwortung für andere zu und gibt ihm eine neue Aufgabe: „So stärke deine Brüder.“ Lukas 22, 32
Zu Petrus gehören Erfolg und Schuld und Versagen. Und auch unsere Lebensgeschichten sind nicht immer glatt gelaufen. Dann brauchen auch wir einen Menschen, der uns etwas zutraut, damit wir nach vorne blicken können. Für mich gehört es zusammen - das Beten und das Handeln. Nur wenn beides im Lot ist, ist es stimmig. So wie Jesus es für Petrus gemacht hat. Er hat für ihn gebetet und ihm eine neue Aufgabe gegeben.
Und auch bei uns haben Menschen den Mut, sich zu engagieren und offen zu unseren Kirchengemeinden und damit zu Gott zu bekennen.
Und wie ist es bei uns selbst? Wie reagieren Sie, wenn das Thema Kirche in einem Gespräch aufkommt? Diskutieren Sie mit? Probieren Sie es doch das nächste Mal einfach mal aus!
Ulrike Thiele, Pastorin Matthias-Claudius-Kirchengemeinde