Quergedacht

Paradeisos

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

stellen Sie sich einmal vor, sie gehen durch einen Wald. Rechts sind hohe Fichten, deren Äste im Wind hin und her wanken. Links ist eine große Windwurffläche mit vielen Brombeerhecken. Wenn Sie da durchlaufen würden, würden Sie definitiv auf einige Wildschweine stoßen. Wenn Sie nun weitergehen, erreichen Sie eine Gruppe von Bäumen, die eingezäunt sind. Diese Bäume sind noch sehr klein und empfindlich. Gerade die frischen Triebe, die der Baum braucht, um sich gut entwickeln zu können, werden von Rehen gerne verputzt, weil sie so lecker sind. Aus diesem Grund werden diese kleinen Bäume eingezäunt. Wenn man hierfür ein Wort suchen möchte, könnte man es auf Persisch „Paradeisos“ nennen. Das Wort Paradeisos beschreibt einen umgrenzten Bereich. Also einen Bereich, der etwas enthält, dass besonders schützenswert ist.
Das können Tiere sein, die den Lebensunterhalt des Besitzers, der Besitzerin sichern. Das können Bäume sein, wie die in einer Buchenschonung. Dies sind materielle Dinge. In meinem Leben gibt es auch nicht materielle Dinge, die mir wichtig sind. Das könnte meine Partnerin, mein Partner sein, meine Familie, mein Haustier oder meine Freunde. Für andere ist es die Gesundheit, die an oberster Stelle steht. Was würde ich denn in mein persönliches Paradies hineinstellen? Was möchte ich besonders schützen? Worauf achte ich besonders in meinem Alltag? Was ist mir Wichtig? Was ist so wichtig, dass ich einen Schutzzaun darum bauen möchte?
Ich wünsche Ihnen, dass Sie in dieser Frühlingszeit, in der die frischen Triebe an den kleinen Buchen bereits sprießen, dass Sie Ihrem eigenen Paradies etwas mehr auf die Spur kommen.
Bleiben Sie behütet und gesund!

Benedikt Koßmann. Pastoralassistent