Quergedacht

Denkveränderungen

Mittwochmorgen in Langenhagen: Abgelenkt und in Gedanken gebracht wurde ich beim Autofahren durch Werbeplakate am Straßenrand mit der Frage: „Wo ich herkomme?“ Statt meiner persönlichen Antwort auf diese Frage: „Aus Soest, in Nordrhein-Westfalen!“, las ich Antworten wie: „Vom Sport.“, „Vom Einkaufen.“ oder „Vom Bäcker.“ Mir ist schon klar, worauf diese Werbung hinaus möchte. Allerdings möchte ich persönlich keinen Menschen auf das reduzieren, was er vor Kurzem getan hat. Ich selbst habe in den USA gelebt, auf Papua-Neuguinea und über ein halbes Jahrzehnt in Äthiopien. Mal wurde ich bewundert wegen meiner Herkunft aus Deutschland, mal schief von der Seite angeschaut und ein anderes Mal mit dem ‚Heil Hitler‘ Gruß begrüßt. Immer aber war es spannend über die Herkunft ins Gespräch zu kommen.
Unheimlich spannend finde ich es, wenn Menschen in einem anderen Land und in einer anderen Kultur aufgewachsen sind. Da höre ich neugierig zu. Das interessiert mich. Und, wenn ich mit meiner persönlichen Herkunftseinschätzung voll daneben lag, war das Gespräch umso spannender.
Aber auch das ist immer noch zu klein gedacht, um einen Menschen zu bewerten oder einzuschätzen. Ja, da kommt der Pastor in mir durch. Wo ich herkomme? Gerade vom Beerdigungsgespräch, von meiner Geburt her gesehen aus Soest, NRW. Aber, um die Frage umfassend zu beantworten, aus Gottes Hand. Weiter kann ich nicht zurückgehen. Keine Antwort verbindet alle Menschen so sehr miteinander, wie diese. Gott schuf jeden Menschen nach seinem Bilde (nachzulesen in der Bibel im 1. Mose Buch Kapitel 1, die Verse 26-27). Das verleiht jedem Menschen ohne Ausnahme Würde, eine persönliche Note Gottes und den Ehrentitel: Geschöpf Gottes. Mit diesem Gedanken möchte ich jedem anderen Menschen begegnen. Zugegeben gelingt das nicht immer. Trotzdem ist es die Grundlage, die Gott und sein Sohn Jesus uns mitgeben. „So denkst Du richtig über andere Menschen.“, möchten uns Gott und Jesus durch die Bibel sagen. Ja und deswegen ist es mein Wollen und Bestreben jeden Menschen, dem ich begegne, auf nicht weniger zu reduzieren.
Sie und du, wir alle, sind Geschöpfe Gottes. Ein abfälliger Gedanke über einen anderen Menschen, trifft bei diesem Denken gleichzeitig auch den, der ihn oder sie gemacht hat: Gott.
Es ist ein Lernprozess, auf den ich mich gerne einlasse. Gott und Jesus geben mir dabei vor, was gut und richtig ist, was meine ideale Einstellung sein sollte. In der Bibel lese ich: „Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus.“ (Nachzulesen im Brief an die Galater in Kapitel 3, Vers 28.) Alle Menschen sind durch Gottes Wort geschaffen. Ob sie aus Deutschland, Afrika oder China kommen. Ob sie vom Sport, vom Einkaufen oder vom Bäcker kommen. Geschöpfe Gottes sind sie alle. Wenn wir das im Hinterkopf haben, dann verändert das unser Denken übereinander und unseren Umgang miteinander. Gut, dass Gott und Jesus für mich hinter und vor allem stehen und nicht eine Evolutionstheorie. Dann nämlich sehe die ganze Sache völlig anders aus.
Vor allem klären Gott und Jesus für uns eine noch wichtigere Frage: „Wohin gehen wir?“. Fortsetzung folgt.

Marc Gommlich, Pastor Elia-Kirchengemeinde