Quergedacht

Lichtfenster

Heute Abend, am Sonnabend um 21 Uhr werden überall die Glocken läuten. In allen evangelischen Kirchen in Langenhagen und im Kirchenkreis gedenken wir für zehn Minuten der Menschen, die in der Corona-Pandemie schwer erkrankt oder gestorben sind. Wir rufen dazu auf, inne zu halten und an die Opfer der Pandemie zu denken. In den Fenstern der Kirchen werden Kerzen aufgestellt und Gebete gesprochen. Dazu bitten wir, zur selben Zeit zuhause ebenfalls Lichter anzuzünden. Auf diese Weise soll in den Fenstern oder Gärten oder auch auf den Straßen eine Art Lichterkette im Gedenken an alle Opfer der Pandemie entstehen. Diese Aktion ist ein verbindendes Zeichen und schließt sich an das vom Bundespräsidenten ausgerufene nationale Gedenken am 18. April in Berlin an.
Das Innehalten vertreibt das Virus nicht. Aber wir zeigen dadurch unsere Verbundenheit. Wir beten für die Kranken, dass sie gesund werden, für die Angehörigen der Verstorbenen, dass sie getröstet werden, und für uns alle, dass die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus Erfolg haben. Die Corona-Pandemie ist wie ein Marathon: einen Teil der Strecke haben wir schon hinter uns gebracht. Doch es dauert noch. Für den Rest sind weiterhin Geduld, Vorsicht und Rücksicht die Begleiter der Strecke. Und das Gebet für die Kranken und Gestorbenen, die wir in Gottes Hand wissen. Aber auch die Gemeinschaft im Glauben ist ein Begleiter, dem die Puste nicht ausgeht. Sie gründet auf dem Ostererlebnis: Christus ist auferstanden! Der Tod hat nicht das letzte Wort – das Leben siegt. Diese Hoffnung ist seit dem ersten Ostertag in der Welt - und der Glaube, dass wir Anteil an diesem Geschehen haben, das unserem Leben ein ganz neues Ziel gibt. Das gibt uns die Kraft, im Marathon durchzuhalten, und die Ausdauer, andere Läufe unseres Lebens zu bestehen.

Frank Foerster, Pastor St. Paulusgemeinde