Quergedacht

Den Kraftquellen nachspüren

Liebe Leserin, lieber Leser,
im Sommer 2014 habe ich den Entschluss gefasst, einen Marathon zu laufen. Ich habe mir Schuhe gekauft und zwei kurze Hosen. Die Sportshirts vom Schulunterricht nahm ich aus dem Schrank und lief los. Bei einem Lauf sind es plötzlich über 26 Grad. Mein Trainingsplan sieht eine Strecke von 14 Kilometern vor. Also laufe ich los. Während des Laufs stelle ich fest, dass es gut wäre, wenn ich in Zukunft eine Trinkflasche dabei habe. Hier habe ich im Prozess etwas gelernt. Dann lief über den Winter hinweg alles sehr gut mit dem Training. Ich habe dann mein Ticket für den Flug nach Stockholm gebucht. Hier sollte der Marathon im Mai stattfinden. Zwei Wochen vor dem Lauf geschah es dann: beim 5 Kilometer Trainingslauf konnte ich plötzlich nach zwei Kilometern nicht mehr weiterlaufen. Ich hatte mich so sehr verausgabt in den Monaten zuvor. Jetzt hatte ich eine Entzündung im Bindegewebe provoziert. Meine Teilnahme stand in den Sternen. Das Ziel war plötzlich nicht mehr greifbar.
Christen feiern gerade die Osterzeit. Also eine Zeit, die sich an eine tiefe Erschütterung anschließt. Es gab eine Gruppe von Menschen, die eine sehr eindrucksvolle Zeit ihres Lebens mit einem Mann aus Nazareth unterwegs waren – mit Jesus. Er war für sie zum Mittelpunkt ihres Lebens geworden. Er zeigte Ihnen, wie ein Leben gut gelingen kann. Doch dann mussten sie mitansehen, wie dieser Jesus hingerichtet wurde. Er war plötzlich nicht mehr da. Er war nicht mehr greifbar.
Wie verhalten sich seine engen Vertrauten? Sie bleiben zusammen. Sie erzählen einander von dem, was sie mit Jesus erlebt haben – und sie gehen weiter. Dieses am Ball bleiben zeigt mir eine große Zuversicht. Sie zeigt mir eine Kraft. Einige Zeit später ist Jesus wieder da. Er ist nicht mehr tot. Er ist auferstanden. Und so geht er seinen Weg mit seinen Schülern weiter. Das Zusammenhalten hat sich gelohnt.
Im April 2015 habe ich durch Physiotherapie und innere Zuversicht diese Kraft in mir finden können weiterzugehen.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie Ihren Kraftquellen und Zuversichtsspendern nachspüren und diese für sich fruchtbar machen!

Herzlich
Benedikt Koßmann, Pastoralassistent St. Maria-Immaculata, St. Paulus und Liebfrauen