Quergedacht

Bittet und es wird euch gegeben

Jesus hat uns versprochen: Bittet und es wird euch gegeben! Sucht und ihr werdet finden! Klopft an und es wird euch aufgemacht! Denn wer bittet, der bekommt. Und wer sucht, der findet. Und wer anklopft, dem wird aufgemacht. (Lukasevangelium 11, 9+10)
Zweimal habe ich diese Woche spontan gebetet:
Das erste Mal, als ich nach meiner Impfung im Impfzentrum wieder im Auto saß. Da habe ich laut: „Danke, Gott, für diesen Hoffnungsschimmer“ gesagt. Und heute haben meine Familie und ich den verstorbenen Onkel meines Mannes und seine Frau in unser Gebet eingeschlossen.
Klar, ich bete regelmäßig, aber in manchen Zeiten ist es mehr. Ich danke Gott für die Impfung, für meine Familie und anderes Gute in meinem Leben. Ich richte eine Klage an sie, wenn etwas Schlimmes passiert ist oder wenn ich mich über Gewalt und Ungerechtigkeit aufrege. Oft bitte ich Gott um etwas. Meistens bitte ich sie, dass sie andere Menschen behüte, tröste und ihnen helfe.
Ich bete, weil es gut ist, das Leben nicht ganz allein meistern zu müssen. Und weil es gut ist, ein Gegenüber zu haben.
Im Konfirmandenunterricht diskutierten wir einmal heftig über zwei Aussagen:
Die eine lautet: „Wer betet, will was ändern.“ und die andere: „Man soll nicht beten, sondern handeln.“
Die Konfirmand*innen waren sich einig: Wer etwas verändern will, der sollte sich nicht allein aufs Beten verlassen. Beten und Handeln gehören zusammen. Wir können also nicht nur um etwas bitten, sondern wir müssen auch schauen, was in unseren Möglichkeiten liegt zur Erfüllung der Bitte beizutragen.
Meistens liegt uns das Gegenteil näher: Nur handeln, ohne zu beten. Doch beim Beten machen wir uns klar: Wir müssen nicht alles allein schaffen, und es liegt auch nicht alles an uns. Wir brauchen Gottes Kraft, wir brauchen es, dass sie uns Mut macht und Zuversicht gibt.

Pastorin Sabine Behrens, Emmaus-Kirchengemeinde