Quergedacht

Kreuz und Queer

Stellen wir uns mal vor, Jesus wäre über einen Platz in Nazareth gegangen und dabei wären ihm zwei gleichgeschlechtliche Personen begegnet. Nach einem kleinen Plausch über das Wetter, die politische Lage und über die Religion hätten sie folgende Bitte geäußert:
„Jesus, segne uns! Wir bitten Dich um Deinen Segen, damit wir gestärkt durch das Leben gehen.“ Und sie fielen ihm beide vor die Füße.
Wie hätte Jesus reagiert?
Klar – fiktiv. Darf man Jesus eine fiktive Situation unterjubeln? Klar doch. Haben letztlich die Evangelisten ja auch getan. Wenn auch nicht so platt, wie ich.
Eines stände aber für mich fest: Jesus hätte sie nicht abgewiesen. Das hat er weder mit den rechtlosen Kindern noch mit der verurteilten Frau gemacht. Er hätte sie einfach gesegnet.
Und daher sollte die Kirche nicht diskutieren, sondern einfach handeln. Denn für mich sind alle willkommen.

Michael Habel, Gemeindereferent katholische Kirchengemeinde Liebfrauen/Zwölf Apostel