Quergedacht

Wie geht es dir?

Es ist schön nach einem langen Marsch oder einem Spaziergang auf einer Bank Platz zu nehmen, sich auszuruhen oder die Aussicht zu genießen.
Es ist auch schön, einfach ein Plätzchen zu haben, an dem man öfter mal sitzt und dem Treiben zuschaut, in einem Park oder auf einem Platz.
Bänke finden sich an vielen Stellen unseres Lebens:
Vielleicht erinnern Sie sich noch an eine Kinderbank, die sind in vielen Kinderzimmern zu finden. Meist ist eine Truhe drunter und man kann eine Menge darin aufbewahren, Verkleidungen z.B.
Vielleicht haben einige von Ihnen auf einer Schulbank gesessen, mit schräg gestellter Schreibplatte davor. Auch wenn die Schülerinnen und Schüler jetzt auf Stühlen sitzen, heißt es noch immer die Schulbank drücken.
In den meistens unserer Kirchen gibt es Kirchenbänke. Meistens nicht so bequem. Auf ihnen sitzt man neben anderen Menschen, nicht nur für sich.
Zu Hause haben vielleicht einige von Ihnen eine Eckbank in der Küche. Darauf kann viel passieren. Man sitzt zum Essen am Tisch, aber man kann auch sein Baby in der Tragtasche daraufstellen, als Kleinkind die ersten Kletterübungen machen, schön eng nebeneinander sitzen und wenn ganz viele kommen, muss einer auf der Ecke sitzen.
Eine Bank ist ein Möbel, auf dem mehrere sitzen können. Auf Parkbänken oder auch Kirchenbänken kann es vorkommen, dass fremde Menschen nebeneinander sitzen und ins Gespräch kommen. Das kann sehr interessant werden. Man kann im Urlaub Tipps austauschen, wo man noch hingehen kann. Man unterhält sich einfach über das Wetter oder auch über andere Themen und manchmal kann dem anderen auch von seinen Sorgen erzählen, das erleichtert und man geht ein bisschen weniger bedrückt wieder weg.
Ich stelle mir manchmal vor, Gott säße neben mir auf der Bank. So als Person, die man richtig sehen und anfassen kann. Mit Gott ist es bestimmt leicht, ins Gespräch zu kommen.
Über was würden wir wohl reden?
Ich glaube auf die Frage „Wie geht es dir?“ würde man aus tiefstem Herzen antworten können: „Weißt du, eigentlich geht es mir gut. Ich bin gesund und habe liebe Menschen um mich rum, aber ich mache mir auch Sorgen.“
Und er würde zuhören und bestimmt eine gute Antwort parat haben.
Oder man kann sich einfach mit ihm über das sonnige Wetter freuen (denn bei Regen würden wir uns wohl nicht auf der Bank treffen). Und er würde sich mitfreuen, denn er hat ja die Sonne auch geschaffen. Einfach zusammen genießen.
Und man redet ein bisschen miteinander und dann geht man beschwingt seiner Wege.
Aber Gott hört nicht nur zu, er sagt ja auch etwas. Etwas, über das man nachdenken kann. Und ich entfremde jetzt mal ein Sprichwort, das ich letztens gefunden habe:
Wenn jemand Gott auf der Bank von seinen Problemen erzählt hat, weil er sich wirklich viele Sorgen macht, dann sagt Gott ihm:
„Du darfst mir erzählen, wie groß deine Probleme sind.
Aber dann musst du deinen Problemen erzählen, wie groß ich bin.“

Pastorin Sabine Behrens, Emmaus-Kirchengemeinde