Quergedacht

Einsatz, Demut und Dankbarkeit

Leid und Elend. Schmerz und Tränen. Beängstigend, wie hilflos wir gegen die Gewalt der Natur sind. Wut, Trauer, Fragen. Verzweifelt suchen wir nach Erklärungen. Erklärungen, die uns weiß machen wollen, dass wir als Menschen eigentlich alle Naturgewalten im Griff haben. Ohne Klimawandel wäre das nie passiert. Wenn nur früher und besser gewarnt worden wäre, dann …. Ja, auf Vieles in dieser Welt haben wir Einfluss - Gott sei Dank! Aber weder haben wir Einfluss auf alles, noch kontrollieren wird es zu 100%. Neben allen Anstrengungen Katastrophen und Krankheiten zu verhindern oder sie zumindest harmloser zu machen, gehört immer auch eine Portion Bescheidenheit, besser noch Demut dazu. Von heute auf morgen kann sich alles ändern, kann alles vorbei sein: Alles, was ich besitze, liebgewonnene Menschen, meine Freiheit und auch mein eigenes Leben.
Große Dankbarkeit für alles in meinem Leben, ist bei mir die Folge aus Corona und aus den aktuellen Katastrophen. Große Dankbarkeit für die kleinen und großen Dinge in meinem Leben. Besonders auch für die Menschen, die mir am Herzen liegen. Alles ist ein Geschenk. Und wir sollten es auch ohne Krankheit und Katastrophen wissen: Alles ist zeitlich begrenzt. Alles ist nur geliehen. Alles könnte über Nacht vorbei sein.
Wie schön wäre es, wenn wir alle mit Dankbarkeit im Herzen durch den Alltag gehen würden. Streit und Ärger wären im Verkehr, in der Familie, unter Freunden, in der Ehe, ja sogar unter unterschiedlichen Völkern nicht so groß, nicht so wichtig.
Dem bisher Geschriebenen können - glaube ich - viele Menschen zustimmen. Nun kommt allerdings die Frage nach Gott hinzu. Wenn mein Leben zeitlich begrenzt ist, gibt es dann noch mehr? Gibt es Hoffnung über meine persönliche Lebenszeit hinaus? Die Bibel sagt Ja, ohne dabei Leid und Elend, Schmerz und Tränen in dieser Welt zu verschweigen. Das Leid dieser Welt ist kein Beweis, dass Gott nicht da ist, sonst würde die Bibel nicht so offen und ehrlich darüber berichten. Sie erweitert allerdings den schlechten Zustand dieser Welt mit Hoffnung. Hoffnung, wo kein Mensch Hoffnung geben kann. Die Bibel ist Warnhinweiser und Hoffnungsgeber: Unser Leben ist zeitlich begrenzt und geprägt von schönen und schweren, ja sogar herzzerreißenden Zeiten. Denke darüber nach! Sei dir dessen bewusst!, empfiehlt die Bibel (Nachzulesen in Psalm 90,12). Aber das ist nicht alles. Sie sagt auch: Schau auf diesen einen Menschen, durch den Gott dir zeigt, dass auf Tod wieder Leben folgt.
Meine persönliche Erfahrung ist, dass es nicht unmöglich ist, nicht unglaublich ist, sondern wahr. Der Tod ist kein Ende. „In der Welt habt ihr Angst“, sagt Jesus, „aber ich habe die Welt überwunden“. (Nachzulesen in Johannes 16,33)

Marc Gommlich, Pastor Elia-Gemeinde