Quergedacht

Eine kleine Bitte

Zum Glück gehöre ich zu denjenigen, die unter Corona bisher nicht viel auszustehen hatten. Meine Arbeitsstelle ist nicht bedroht. Ich bin von einer Infektion verschont geblieben. Und das Klopapier wurde nur ganz am Anfang mal knapp.
Es gibt sogar ein paar Dinge, die mir durch die Pandemie erst richtig bewusst geworden sind. Und zwar ganz positiv. Ich habe Freunde, auf die ich auch in Krisenzeiten zählen kann. Wir haben uns gegenseitig Mut gemacht und als wir einmal für zwei Wochen in Quarantäne mussten, haben sie für uns eingekauft. Überhaupt gab es viel Hilfsbereitschaft in der Gemeinde und die Frage, „wie geht es Dir?“ hatte plötzlich einen ganz anderen Klang. Sie war ernst gemeint.
Aber ich weiß natürlich, dass es Menschen gibt, die sehr betroffen sind. Vor allem die, die sich mit Covid 19 angesteckt haben und einen schweren Krankheitsverlauf erlitten haben. Und alle die, die in Krankenhäusern und Heimen für lange Zeit isoliert leben mussten. Ich habe manchen alten Menschen beerdigen müssen, der in der Phase des Lockdowns einsam und ohne die Familie an der Seite gestorben ist. Das ist schlimm.
Und deshalb ich eine kleine Bitte an alle, die noch zögern: Lassen Sie sich impfen! Das ist ganz einfach ein Akt der Nächstenliebe und Solidarität. Sie schützen damit sich und alle Ihre Freunde und Nachbarn. Und Sie tragen dazu bei, dass wir hoffentlich bald wieder unser gewohntes Leben zurückbekommen.

Torsten Kröncke, Pastor Elisabeth-Kirchengemeinde