Quergedacht

Du hast die Wahl!

Jetzt am Sonntag bei der Kommunalwahl und an 26. September bei der Bundestagswahl. Und vielleicht denkt sich der eine oder die andere, dass es sich doch nicht lohnt, wählen zu gehen. Auf die eine eigene Stimme kommt es nicht an, auf kommunaler Ebene kann ja eh nicht so viel schief gehen und statt ins Wahllokal könnte man lieber in den Zoo gehen, oder einfach in Jogginghose auf dem Sofa sitzen bleiben.
Aber eigentlich sind wir doch alle ganz gut trainiert im Wählen: Auf welche Schule soll ich gehen? Welche Ausbildung anfangen, oder lieber irgendwas studieren? Nach rechts wischen oder doch nach links? Hier wohnen bleiben, oder nochmal umziehen?
Ständig wählen wir. Und wer nicht wählt, hat auch eine Entscheidung getroffen oder überlässt die Wahl anderen, die über das eigene Leben mitentscheiden, obwohl sie eher sich selbst die Nächsten sind und eine Wahl treffen, die einem selbst nicht behagt.
Jetzt bei den Wahlen wählen wir eigentlich nur Menschen, die für uns wählen. Aber umso wichtiger ist es doch, dass die gewählten Menschen dann auch die sind, denen wir unser Vertrauen schenken können.
Das erscheint Ihnen vielleicht ein zu forscher Aufruf von kirchlicher Seite zu sein, sich an den Wahlen zu beteiligen. Aber gerade, weil wir uns selbst und unsere Nächsten mit den Wahlen anderen Menschen anvertrauen und sie für uns reden lassen, möchte ich einen Spruch aus der Bibel einmal wörtlich nehmen: „Tu doch dies und rette dich; denn du bist in deines Nächsten Hand: Geh hin, dränge und bestürme deinen Nächsten!“ (Sprüche 6,3)
Also gehen auch Sie los und wählen jemanden, der oder die Ihrer Meinung eine Stimme gibt. Setzen Sie sich durch die Wahl für sich und Ihre Nächsten ein. Wählen Sie Ihren Nächsten.

Almut M. Wenck, Vikarin Elisabeth-Kirchengemeinde