Quergedacht

Elsas Mutmacher

Sie hat es geschafft und sich sehr gut bei uns in Engelbostel eingelebt. Vor ein paar Jahren ist Elsa in unser Dorf gezogen und lebt nun in ihrer kleinen Wohnung, nicht weit weg von ihren Kindern. Erstaunlich schnell hat sie ziemlich viele Leute kennengelernt und ist auch in unserer Kirchengemeinde mit dabei. Sogar in Corona-Zeiten hat sie mit den meisten ihrer neuen Freundinnen Kontakt halten können und freut sich, wenn es irgendwann wieder losgehen kann mit den regelmäßigen Treffen der Gruppen und Kreise.
Immer wenn ich mich gemeinsam mit Elsa darüber freue, dass sie das alles so gut hinbekommen hat, dann sagt sie stets: „Gott hat mir das ja versprochen, dass er mir dabei helfen wird, so dass ich das schaffe!“
Und das war nämlich so: Ein Jahr, nachdem ihr Mann gestorben war, saß Elsa im Wohnzimmer ihrer früheren Wohnung – ganz allein. Aber auf einmal hatte sie das Gefühl, dass da noch jemand sitzt. „Ich wusste sofort ganz genau, dass da unser Herrgott persönlich neben mir auf dem Sofa sitzt. Er hat auch etwas gesagt und mich direkt angesprochen. Er wusste sogar, dass ich Elsa heiße. Jedoch hat er mich nicht so genannt, vielmehr hat er mich genauso angesprochen, wie nur meine allerengsten Freundinnen mich nennen: Elschen hat er gesagt, du kriegst das hin, wenn du deine Wohnung aufgibst und nach Engelbostel ziehst.“
Wenn sie daran zurückdenkt und davon erzählt, dann leuchten ihre Augen. Denn dieses Gefühl, diesen einen Moment, den hat sie immer noch in ihrem Herzen und will ihn niemals vergessen. Er gibt ihr seitdem auch in vielen anderen Situationen Mut: Gott hatte ihr das ja ganz persönlich zugesagt: „Elschen, ich helfe dir, wir schaffen das – zusammen!“

Rainer Müller-Jödicke, Pastor Martinskirchengemeinde Engelbostel-Schulenburg