Quergedacht

Geduldsfaden darf nicht reißen

Lustig flattern die bunten Geduldsfäden an der Wäscheleine. Geduld brauchen wir alle in dieser Zeit der Pandemie. Über 16 Monate sind damit viele wirtschaftliche, gesellschaftliche, kirchliche und private Einschränkungen verbunden. Einiges hatten wir schon lange für das Jahr 2021 geplant und jetzt ist alles anders kommen. Ohne Geduld werden wir das nicht schaffen.„Wenn wir aber auf das hoffen, was wir nicht sehen,
so warten wir darauf in Geduld.“ So heißt es im Römerbrief im achten Kapitel, Vers 25
Wir kennen Menschen, die an Corona erkrankt sind oder vielleicht sind sie sogar daran verstorben. Und wir erleben die Einschränkungen: nichts war im März, April und Mai 2020 möglich, es war ein ruhiger Sommer, im Herbst kamen dann wieder Einschränkungen und es war ein einsamer Winter. Wir durften uns lange Zeit nicht treffen! Ohne Geduld war das nicht auszuhalten. Dann war der Impfstoff da und wieder brauchten wir Geduld. Lange Wartelisten und nicht genug Impfstoff hat uns die ersten Monate begleitet. Jetzt ist Impfstoff vorhanden und wir brauchen Geduld, da die Impfquote auch höher sein könnte. Was wird im Herbst und Winter auf uns zukommen? Wieviel Geduld wird noch erforderlich sein?
Geduldig warten wir auf das Ende der Pandemie. Frau Heike Spiekermann hatte die Idee mit den Geduldsfäden. Sie sind zum Mitnehmen vor dem Gemeindehaus der Matthias-Claudius-Kirchengemeinde aufgehängt. Kommen Sie doch vorbei und nehmen sich einen Geduldsfaden mit nach Hause. So werden Sie und ich jeden Tag daran erinnert, dass unser Geduldsfaden nicht reißen darf.
Herzliche Grüße, bitte bleiben Sie gesund und Gottes Segen möge Sie begleiten!

Ulrike Thiele, Pastorin Matthias-Claudius-Kirchengemeinde