Quergedacht

Uns gegenseitig in den Blick nehmen

Ich fahre häufig die Strecke von Langenhagen nach Schwarmstedt, weil ich dort in der KGS noch ein paar Stunden Religionsunterricht erteile. Vor einem halben Jahr konnte ich noch genau sagen, wie viel Zeit ich dazu brauche. Im letzten Monat war dies nicht mehr möglich. Gefühlte Verkehrsdichte wie vor Corona. Auch die Events in Hannover werden wieder gut besucht – mit entsprechender 2-G-Regel. Ich schaue mal genauer hin und finde die alte Frau, die Corona besiegt hat und trotzdem sich noch schwach fühlt. Die Jugendliche, die Corona überwunden und sich ängstig, weil sie nicht noch einmal krank werden will. Der Mitsechziger, der vor einem Jahr seine Frau durch Corona verloren hat. Die Kinder, die den Schulalltag nur mit Maske bewältigen können. Ich sehe, dass die Bänder bei VW stehenbleiben, weil der Nachschub nicht kommt; die Preise für Energie steigen und die Kinder und Jugendliche sich immer mehr einsam fühlen. Da kommt was auf uns zu! Und wie können wir das schaffen? – Jesus hat immer den Blick auf sein Gegenüber gerichtet. Er hat sich dem ganz gewidmet, der gerade auf ihn zukam und manchmal sogar auf den Baum geschaut.
Nehmen wir uns gegenseitig in den Blick. Trauen wir uns zu, in den Augen der Anderen, des Anderen die Not zu sehen und uns berühren zu lassen. Ich glaube, dann schaffen wir´s!
Michael Habel, Gemeindereferent