Quergedacht

Kaffee und Brötchen am Morgen

Es ist für mich etwas sehr Alltägliches eine Bäckerei zu betreten. Ein Snack für zwischendurch oder einen erfrischenden Morgenkaffee bekomme ich da immer. Gerne bringe ich dann den Kolleginnen und Kollegen im Büro einen Kaffee mit. Zum einen tut doch jedem ein warmes Getränk am Morgen gut, zum anderen verbindet gemeinsames Essen und Trinken.
Das warme Getränk wärmt von innen. Gerade morgens friert man noch. Der Kreislauf muss erst langsam in Gang kommen. Die Heizung war oft über Nacht aus. Die Sonne wärmt noch nicht so, wie sie später am Tage zur Mittagszeit einen anstrahlt. Eine Kleinigkeit zum Essen stärkt zusätzlich. Das Frühstück sei, so sagte es mein Biologielehrer in der Schule immer, die wichtigste Mahlzeit des Tages. Dies ergänzte er gerne mit dem Satz: „Morgens soll man Essen wie ein Kaiser, mittags wie ein König und abends wie ein Bettler.“
Nun weiß ich nicht, wie wichtig der Kaffee oder das Brötchen am Morgen für die Gesundheit sind. Die Forschung ist sich da auch uneins. Aber das Schöne am geteilten Kaffee im Büro ist, dass man ihn nicht alleine trinkt. Andere bringen dann manchmal auch noch was mit. Es wird über die Neuigkeiten des Tages gesprochen und man tauscht sich über das jeweilige Wohlbefinden aus. Das alles stiftet Gemeinschaft.
Dieses gemeinsame Essen und Trinken kenne ich auch aus der Kirche, wenn Menschen zusammen das Abendmahl feiern. Es kommen Menschen zusammen. Sie Essen und Trinken gemeinsam etwas. Es ist nicht die große Mahlzeit. Es führt aber Menschen an diesen einen Ort. Gesprochen wird über Gott, Jesus und die ganzen anderen Inhalte der Bibel. Im Gebet wird dann über das Wohlbefinden von einem selbst sowie von der ganzen Welt gesprochen. Menschen, die vielleicht sonst nie zusammen etwas essen und trinken würden, kommen zusammen. Genau das ist für mich etwas Wunderbares. Ja, es ist fast schon ein kleines, eigenes Wunder!

Hendrik Hundertmark, Vikar