Quergedacht

Olympia

Im Moment beherrschen die olympischen Spiele die Schlagzeilen.
Ich bin nicht sonderlich sportbegeistert. Aber trotzdem höre oder lese ich diese Nachrichten gerne. Denn normalerweise erfährt man immer nur das, was schief gegangen ist in den Nachrichten. Oder was schrecklich ist.
Alle die Abgründe der Menschen: Gewalt oder Mord oder Betrug – und anderes.
Jetzt aber geht es darum, was Menschen Positives leisten können.
Das ist einfach toll.
Und es stimmt ja: Wenn die Menschen sich wirklich anstrengen, dann können sie Großartiges leisten. Jeder kann über sich hinauswachsen, wenn er sich anstrengt.
Es müssen ja nicht nur die Spitzenleistungen sein, die sogar Eingang in die Nachrichten gewinnen.
Offensichtlich gab es auch in der Antike schon jede Menge Sportbegeisterte.
Denn der Apostel Paulus spielt in einem Vergleich darauf an.
„Ihr wisst doch, dass an einem Wettkampf viele teilnehmen; aber nur einer bekommt den Preis, den Siegeskranz. Darum lauft so, dass ihr den Kranz gewinnt! Alle, die an einem Wettkampf teilnehmen wollen, nehmen harte Einschränkungen auf sich. Sie tun es für einen Siegeskranz, der vergeht. Aber auf uns wartet ein Siegeskranz, der unvergänglich ist.“
Die Anfrage, die Paulus damit stellt ist denkbar einfach. Und sie ist sehr persönlich:
Wenn die Menschen schon für einen sportlichen Wettkampf viel Kraft und Mühe auf sich nehmen – für etwas, was im Leben auch schnell wieder vergangen ist…
Ja, müsste man sich dann nicht auch ähnlich anstrengen, wenn es um etwas wirklich Wichtiges geht? Und: Müsste man sich dann nicht auch Mühe geben – im Blick auf den Glauben und auf das Verhältnis zu Gott? Denn – das vergeht nicht wie der Rausch eines sportlichen Sieges. Die Beziehung zu Gott trägt durch das ganze Leben – und darüber hinaus.
Marieta Blumenau, Pastorin Emmausgemeinde, Langenhagen