„Raumnot ist gut“

Alle Fraktionen lehnen neue Verwaltungsbüros ab

Langenhagen (gg). Weit hinaus aus dem Stadtzentrum will die Verwaltung mit der Auslagerung des Fachbereichs Gebäudewirtschaft. Neue Büros sollen dafür im Frankenring, im Gewerbegebiet Godshorn nördlich der Langenhagener Straße dicht an der Autobahn A 352, bezogen werden. Die Gebäudewirtschaft ist bisher im Stadthaus an der Schützenstraße untergebracht. Dort gibt es Raumnot, insbesondere auch deshalb, weil die dort untergebrachten sozialen Dienste und die Kita-Verwaltung wachsen und damit auch die Zahl der Beschäftigten. In der jüngsten Sitzung des Finanz-Wirtschafts- und Personalausschusses erläuterte Götz Gandenberger, Leiter des Fachdienstes Organisation, die Situation: man sei bereits zusammengerückt, Besprechungsräume seien bereits für die Einrichtung von Arbeitsplätzen umgewandelt worden. Es gäbe viel Publikumsverkehr, diskrete Beratung sei kaum möglich. Bürgermeister Friedhelm Fischer betonte: „Die Mieten im Stadthaus sind vergleichsweise hoch, der Bezug der Büros im Frankenring wäre wirtschaftlich sinnvoll.“ Sein Hinweis: „Alternativen sind denkbar, aber bis der Rat darüber Einigung erzielt, können Jahre vergehen.“ Ein Arbeitskreis für die Zusammenführung und Konzentration der Verwaltung sei bereits eingerichtet, der soll Vorschläge für eine neue Gebäudeaufteilung liefern. „Ein Raumplan ist bereits eingefordert worden und sollte bis Ende 2012 vorgelegen haben“, sagt Mike Scheer (SVG) im Fachausschuss. Er lehnt die Anmietung der Büroflächen im Frankenring ab und schließt sich damit an die Meinung aller Fraktionen an. „Viele Fragen und Bedenken bestehen. Das Gebäude im Frankenring steht seit langem leer und hat einen schlechten energetischen Zustand. Eine Zusammenlegung der Bibliotheken ist zu prüfen, um daraus Raumfläche zu gewinnen“, sagt Marc Köhler (SPD). „Mit Blick auf den geforderten Stellenabbau in der Verwaltung ist die Anmietung von weiteren Büroflächen das falsche Signal“, waren sich CDU-, Grüne-, FDP- und BBL- Fraktion einig. „Raumnot ist gut, damit entsteht Druck um etwas zu ändern und abzubauen“, sagt Jens Mommsen (BBL). Dirk Musfeld (Grüne) rechnete auf, dass auf den 920 Quadratmetern der geplanten neuen Bürofläche im Frankenring 35 Arbeitsplätze entstehen sollen und damit je Arbeitsplatz 26 Quadratmeter überschlagen werden können. „Das ist zu viel und die Mehraufwendungen aus dem notwendigen Pendelverkehr zum Rathaus sind auch noch nicht erhoben“, so sein Hinweis.