Reh von Hund gerissen

Einen grausigen Fund gab es während einer Streife. Zeugen werden gesucht.

Trotz Leinenpflicht auf dem Standortübungsplatz

Langenhagen. Grausiger Fund auf dem Standortübungsplatz Hannover: Soldaten des
Landeskommandos Niedersachsen entdeckten während einer Streife ein gerissenes Reh. Der hinzu gerufene zuständige Bundesförster, Reiner Scharte, ordnet die Verletzungen und Bissspuren eindeutig einem Hund zu. Es sei zudem davon auszugehen, dass das Reh mindestens ein Jungtier gehabt hat. In dem Landschaftsschutzgebiet, das Anwohner der umliegenden Stadtteile mit einem Berechtigungsausweis nutzen können, herrscht
ganzjährig eine Leinenpflicht für Hunde. „Ein Muttertier ist bewegungseingeschränkt und leichte Beute", sagt Scharte, "der Jagdtrieb bei Hunden kann immer wieder durchkommen. Besonders während der  Setz, Brut- und Aufzuchtzeit der Wildtiere ist es unverantwortlich, seinen Hund frei laufen zu lassen!" Ein panisches Reh könne auf der  Flucht außerdem angrenzende Straßen queren und so Verkehrsunfälle auslösen. Der Bundesförster vermutet, dass das Reh am Montag, 17. Mai, oder Dienstag, 18. Mai, etwa in der Platzmitte gerissen wurde. „Für gewöhnlich haben mehrjährige Tier wie dieses, ein bis zwei Rehkitze“, so Scharte, „Jungtiere sind geruchslos, deshalb blieb unsere Suche leider erfolglos.“ Es sei davon auszugehen, dass das Kitz oder die Kitze verhungert seien.
Der Kommandeur des Landeskommandos Niedersachsen und zugleich Standortältester in Hannover, Oberst Dirk Waldau, appelliert an  Hundehalter, ihre Vierbeiner auf dem Platz an der Leine zu führen.  Waldau: "Leider finden wir dort immer wieder Spuren von Wilderei. Ob
mit Vorsatz oder nicht: Hundehalter, die sich nicht an die Platzregeln
halten, verlieren ihren Ausweis und müssen mit einer Strafanzeige
oder einem Ordnungswidrigkeitenverfahren rechnen."  Zeugen des Vorfalls – oder ähnlicher Fälle von Wilderei – werden gebeten, sich beim Unterstützungspersonal des Standortältesten unter Telefon (0511) 284 - 1906 oder - 1907 zu melden. Auf Wunsch werden
Hinweise anonym entgegengenommen. Bereits am Himmelfahrtstag konnte ein freilaufender Hund, der die Wietze überwunden und eine Schafherde mit Lämmern angegriffen
hatte, gerade noch vom Schäfer und Soldaten vertrieben werden. Die
Hundehalterin zeigte sich uneinsichtig.  Seit dem 1. März  ist der Platz zwischen Langenhagen und Isernhagen zum Militärischen Sicherheitsbereich erklärt und für die Öffentlichkeit gesperrt worden. Grund waren andauernde Verstöße gegen  die Nutzungsrichtlinien des Platzes: Vandalismus, illegale Müllentsorgung sowie unbefugtes Betreten von Gefahrenbereichen - und auch  Wilderei. Seitdem ist der Übungsplatz zwischen Isernhagen und Langenhagen nur noch mit einem Berechtigungsausweis für Anwohner zugänglich.