Rekordtiefstand bei den Straftaten

Internetbetrug bleibt ein Dauerthema

Langenhagen (ok). Alles eine Frage der Prävention? Schwer zu beweisen, aber Fakt ist auf jeden Fall, dass die Fallzahlen in Sachen Kriminalität in Langenhagen seit 2007 um mehr als 22 Prozent zurückgegangen sind. In absoluten Zahlen heißt das: Waren es vor rund vier Jahren noch 5.593 Delikte, so wurden im vergangenen Jahr 4.348 Fälle verzeichnet. Die aktuellen Fallzahlen sind die niedrigsten in den vergangenen zehn Jahren, die Aufklärungsquote liegt bei etwa 57 Prozent im Vergleich zu 59 Prozent im Jahre 2010. Zum Hintergrund: Das Kommissariat in der Flughafenstadt leistet sich mit fünf Kontaktbeamten mehr als die Dienststellen in Städten mit einer vergleichbaren Größe. Für Leiter Reinhard Cichowski Ansporn, an dem Konzept festzuhalten, ja es sogar noch auszubauen und zu intensivieren.
Besonders auffällig ist der Trend bei den Wohnungseinbrüchen. Hier gab es einen Rückgang, während die Fallzahlen im Gebiet der gesamten Polizeidirektion Hannover sogar angestiegen sind. Cichowski: „Waren es 2009 in Langenhagen noch 109 Fälle, so sanken die Zahlen 2010 auf 85 um 22 Prozent.“ In 32 Prozent aller Fälle bleib es übrigens bei dem Versuch, weil die Täter die Sicherheitseinrichtungen zum Beispiel nicht überwinden konnten. Erstaunlich auch die Entwicklung im Bereich „Diebstähle aus Kraftfahrzeugen“. Sie gingen um 23 Prozent auf 135 Fälle zurück – niedrigster Stand seit dem Jahre 2000, 2007 lag die absolute Zahl noch bei mehr als 400. Trotz dieser Tendenz nach unten, appelliert Cichowski gerade im Vorfeld der CEBIT an Hotelgäste in Langenhagen, ihre Wertgegenstände vor allen Dingen über Nacht nicht im Auto zu lassen. Stichwort Fahraddiebstähle: ein Rückgang um 23 Prozent von 257 auf 199 in den vergangenen beiden Jahren. „Höherwertige Fahrräder werden besser gesichert“, so ein Erklärungsversuch von Geerfried Fobel, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes in Langenhagen. Ein leichter Anstieg ist auf dem Feld „Raub und räuberischer Diebstahl“ zu verzeichnen – von 28 auf 43, also 15 Fälle mehr als im Vorjahr. Allerdings 18 Taten der 28, die in Langenhagen bearbeitet wurden, bewegten sich Bereich bis 250 Euro, was die Schadenshöhe angeht, so Klaus Waschkewitz, Leiter des Kriminal- und Ermittlungsdienstes. Ein Dauerthema bleibe auf jeden Fall der Internetbetrug, zwar habe es von 2009 auf 2010 einen Rückgang gegeben, das liege aber an zwei Serien, die vor zwei Jahren die Ermittler im Kommissariat beschäftigt haben. Generell sei seit 2007 ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Rückläufig seien auch die Körperverletzungsdelikte im Vergleichszeitraum von 348 auf 309 Fälle (minus elf Prozent). „In der Regel handelt es sich hier um so genannte Beziehungsdelikte wie zum Beispiel Fälle von häuslicher Gewalt in der Familie. Hier liegt die Aufklärungsquote bei etwa 91 Prozent“, sagt Reinhard Cichowski.
Der Kommissariatsleiter ist mit der Entwicklung sehr zufrieden, will die Zahlen in der Zukunft aber natürlich weiter positiv beeinflussen. Dabei setzt er auf eine enge Zusammenarbeit mit anderen Langenhagener Institutionen wie Präventionsrat oder auch Frauennotruf – gerade, was die Opfernachsorge angehe. Und: „Die Lage der Dienststelle mitten im Stadtzentrum ist für unsere Arbeit nur von Vorteil“, weiß Cichowski.