Respekt macht Schule

Wenn reden nicht hilft. Coach Milutin Susnica zeigt den Kindern, wie sie sich zur Wehr setzen können  (Foto: D. Lange)

Präventionstraining für ein respektvolles Verhalten untereinander in der Grundschule

Kaltenweide (dl). Die Situation wiederholt sich täglich tausendfach auf allen Schulhöfen..Aus dem Spiel in den Pausen wird oft ernst und eine Streitsituation entsteht. Ein Kind hält ein anderes Kind fest, das sich windet und versucht, sich zu befreien. Was also tun? Als erstes laut werden und Aufmerksamkeit schaffen bei den Umstehenden mit einer unmissverständliche Ansage an den Angreifer:. „Lass los! Ich will das nicht! Du tust mir weh!“. Wie man sich dann dennoch befreien kann, wenn der Gegenüber trotzdem nicht loslässt, das lernen die Kinder der Grundschule Kaltenweide, wie viele ihrer Altersgenossen an anderen Schulen auch, im Rahmen eines Präventionstrainings für Grundschüler vom gemeinnützigen Verein !Respect . Etwa so: die Arme bewegen, damit wird der Gegner beschäftigt, dann die Handgelenke zusammenführen, nach oben drehen und mit Schwung hochziehen. Dabei darauf achten, sie zu beiden Seiten am Kopf vorbeizuziehen. Sonst schlägt man sie sich selbst an den Kopf und wird von seinem Kontrahenten dafür auch noch verspottet. Ein wichtiger Hinweis des Trainers Milutin Susnica, der es versteht, den Kindern Handlungsstrategien und Gegenmaßnahmen für den Ernstfall zu vermitteln, kombiniert mit einer klaren Ansprache und maßvoll dosierter Strenge. „Erst wenn der Kontrahent dann immer noch keine Ruhe gibt, holen wir die Lehrerin“, gibt Susnica den Erstklässlern zu verstehen. „Es geht bei diesem Präventionstraining ja auch darum, auf spielerischem Weg den Kindern zu zeigen, wie sie ihre Konflikte zunächst selbst lösen und sich wehren können“. Strategien zur gewaltfreien Konfliktlösung sind denn auch nur ein Ziel des Präventionstrainings. Darüber hinaus hat ein respektvolles Miteinander an den Schulen wesentliche positive Auswirkungen auf das Lernklima und das Sozialverhalten von Kindern im Grundschulalter. Gleichzeitig wird damit deren verbale wie nonverbale Ausdrucksmöglichkeit gefördert sowie die Fähigkeit, typische Konflikte im Grundschulalltag im Interesse eines von gegenseitiger Wertschätzung geprägten sozialen Klimas deeskalierend zu lösen. Die Präventionstrainings zur gewaltfreien Konfliktlösung werden für die ersten Klassen an den Grundschulen in drei Doppelstunden durchgeführt und für die zweiten bis vierten Klassen, zur Auffrischung und um das Gelernte weiter zu verinnerlichen, in jeweils einer Doppelstunde. Gefördert wird das Projekt von der Stiftung Sparda-Bank Hannover, die den Grundschulen in Niedersachsen, Bremen und Ostwestfalen jährlich
100.000 Euro für soziales Lernen und Gewaltprävention zur Verfügung stellt. Zum Anderen beteiligen sich teils die Eltern sowie die Fördervereine an der Finanzierung.