Roboter spielen „Jurassic Parc“

Fabian, 13 Jahre alt, programmiert einen der Roboter, der einer Linie folgen und einigen Hindernissen ausweichen soll. (Foto: D. Lange)

Auszeichnung für Schüler des Gymnasiums

Langenhagen (dl). Im Juli 2014, kurz nach der Fußball-WM, waren acht Schüler der Robocup-AG des Gymnasiums Langenhagen mit ihren Lehrern Tanja Wernicke und Thorsten Behrens sowie einer Begleitperson zur Robocup-WM in Joáo Pessoa im Nordosten Brasiliens aufgebrochen. Mit ihrer Version des Hollywood-Streifens „Jurassic Parc“ belegten sie in der Junior-League und der Kategorie „Secondary Dance“ im Finale einen Platz unter den ersten Zehn. „Eine genauere Angabe über die tatsächliche Platzierung war von der Wettkampfleitung aus unerfindlichen Gründen nicht zu bekommen“, berichtete Tanja Wernicke, „aber die zusätzliche Auszeichnung mit dem „Electronic Award“ lässt auf einen der vorderen Plätze schließen“. Trotz allem war die Expedition für die Schüler eine wertvolle Erfahrung und Abenteuer zugleich, denn schon zu Beginn der Unternehmung stellte sich die wichtige Frage nach dem Transport der Ausrüstung. Zwar wurde die WM-Teilnahme der Schüler von vielen Sponsoren finanziell unterstützt, aber der Transport aller Geräte und Exponate in einer speziellen Transportkiste hätte allein 4.000 Euro gekostet. Aus diesem Grund wurde das gesamte Equipment buchstäblich zersägt und demontiert, um alles in sechs zusätzlichen Koffern unterzubringen. Das bedeutete, eine Gruppe von elf Personen mit 17 Koffern fand sich am Check-In Schalter der Airline wieder. Das forderte immer wieder viel Geduld bei allen Beteiligten, auch bei denen, die das Pech hatten, hinter der Schülergruppe zu stehen. Geduld brauchte die Reisegruppe auch noch im weiteren Verlauf der Expedition. Allein die Anreise über Amsterdam und Rio dauerte alles in allem 24 Stunden, inklusive Aufenthalt und Taxitransport zum Hotel. Dort angekommen, verlangte der Wiederaufbau der zerlegten Roboter für den Wettkampf viel Improvisation und kreative Bastelarbeit von den Schülern. Im Verlauf des Turniers wurde deutlich, dass die technische Zuverlässigkeit der Roboter unter den unorthodoxen Transportbedingungen gelitten hatte, sodass immer mal wieder kleinere Reparaturarbeiten nötig waren. Der gesamte Ablauf der Präsentation sowie die Beschreibungen der Roboter und Interviews mit den Preisrichtern mussten von den Schülern in Englisch absolviert werden, wofür sie viel Lob erhielten. Die deutschen WM-Teilnehmer waren ihrerseits positiv überrascht von der Freundlichkeit und der Aufgeschlossenheit der Brasilianer. Sie genossen sogar einen gewissen Sympathiebonus, denn bei der Fußball-WM hatte die deutsche Mannschaft bekanntlich die Argentinier geschlagen. Am Sonnabend vor dem ersten Advent präsentierte eine Delegation der erfolgreichen WM-Teilnehmer auf Einladung von Foto-Biering ihre Roboter im CCL und berichteten über ihre Erfahrungen in Brasilien. Auch die jüngsten Mitglieder der Robocup-AG, die Robo-Minis der füfnten und sechsten Klassen, haben an diesem Tag ihre selbst gebauten und programmierten Legoroboter vorgeführt.