Saftige Bußgelder bei sechs Vergehen

Polizei und Stadtverwaltung initiierten Alkoholtestkäufe

Langenhagen. In 13 Supermärkten, Kiosken, Tankstellen und Getränkemärkten innerhalb Langenhagens ließen Polizei und Stadtverwaltung vor Weihnachten Alkoholtestkäufe laufen. Die Testkäuferin, eine 17-jährige Fachoberschülerin der Polizei, hätte in acht der überprüften Verkaufsstellen Spirituosen erwerben können – in sechs der Fälle ohne jedwede Überprüfung auf Volljährigkeit durch die Verkaufenden, zweimal jedoch auch trotz Warnfunktion des Kassensystems und Vorlage des Personalausweises. In allen Fällen wurde noch vor Ort mündlich ein Bußgeldverfahren eingeleitet. Die Höhe des Bußgeldes wird sich nach der Schwere des Vergehens im Einzelfall richten, unter anderenm unter Würdigung der Verkaufssituation, des Verhaltens der Verkaufskraft und der Tatsache, dass es sich um einen Testkauf handelte. Bei einem erstmaligen und fahrlässigen Fehlverhalten müssen sich angestellte Verkaufskräfte durchaus auf ein Bußgeld zwischen 180 und 250 Euro einstellen, der Gewerbetreibende selbst sogar auf ein Bußgeld bis 500 Euro. Deutlich teurer könnte es für den Selbstständigen werden, der bei diesem Testkauf als Wiederholungstäter erwischt wurde.
Die Auswahl für die vom Fachdienst Ordnungswesen der Stadt und vom Polizeikommissariat Langenhagen gemeinsam geplanten Aktion umfasste einen Mix aus Branchenvertretern vom Groß- und Einzelhandel bis zum Kiosk. Sie verteilte sich etwa hälftig auf die Kernstadt und zwei Ortsteile. Der Testtag endete mit sieben Verstößen in den beiden Ortsteilen und einem in der Kernstadt.
Vier der sechs Kioske verkauften ihre hochprozentige Ware ohne jede Kontrolle. Die Signaltöne und Stichtagsanzeigen der Kassensysteme in technisch moderner ausgestatteten Supermärkten waren aber auch kein Garant für einen funktionierenden Jugendschutz. In drei Fällen wurde von der Kassenkraft der Ausweis zur Überprüfung verlangt, die Ware dennoch zum Verkauf frei gegeben. Eine Verkäuferin korrigierte ihr Verhalten dann doch noch und verlangte die Flasche zurück.
Wie die Testkäuferin berichtete, hatte an einem der Kioske ein anderer Kunde ihre Volljährigkeit angezweifelt. Doch seine Worte verhallten ungehört. Fazit der Kontrolle: Es wäre wünschenswert, dass sich häufiger Mitmenschen bei solchen Situationen einmischen würden und auf diesem Wege dazu beitragen könnten, dass das geltende Jugendschutzgesetz eingehalten und im Zweifelsfall die Vorlage eines Ausweises verlangt wird.