Sanftmütiges Volk arbeitet bereits

Schulleiter Wolfgang Kuschel (links) freut sich mit Stefanie Marx und Siegfried Neske über das IGS-Bienenvolk. Die Schüler arbeiten Schutzanzügen. (Foto: G. Gosewisch)

IGS-Schüler freuen sich auf Honig-Produktion

Langenhagen (gg). Mit steigenden Temperaturen geht es in diesen Tagen richtig los: die Bienen nehmen ihre Arbeit auf. Neu ist, dass ein Volk nun auch vom Garten der IGS zum Flug startet, um Nektar zu sammeln. Das Volk wurde vom Imkerverein Langenhagen und Hannover-Land an die Arbeitsgemeinschaft Bienen in der IGS übergeben. 16 Schülerinnen und Schüler aus den Klassenstufen sechs bis acht kümmern sich fortan darum. Unter Anleitung von Stefanie Marx, Fachlehrerin für Naturwissenschaften und Mathematik und begeisterte Hobby-Imkerin, hat die Arbeitsgemeinschaft im vergangenen Jahr den Gartenbereich für das Aufstellen des Bienenstocks vorbereitet. Ein Brunnen wurde gebohrt, so dass immer fließend frisches Wasser zur Verfügung steht. Ein Bienen-Volk war bereits für einige Wochen zu Besuch, sozusagen ein Testlauf für die Schüler. Viel Verantwortung übernehmen sie mit der Pflege des nun eigenen Bienenvolkes, denn es gibt Gefahren. Ein Beispiel ist die parasitische Milbe Varroa destructor. Ohne effektive Behandlung kann Milbenbefall ein befallenes Volk zugrunde richten. Wissenschaftler erwarten fur das Jahr 2012 Verluste im Umfang von 20 bis 30 Prozent aller Volker. Die Bekämpfung der Milbe ist eines der vordringlichsten Ziele der Forschung. Allerdings gibt es leider immer noch kein Patentrezept, mit dem die betroffenen Imker ihre Volker retten können.
Stefanie Marx ist froh, dass sie auf die Ratschläge erfahrener Imker im Verein zurückgreifen kann.
Ständig informiert sich der Vorsitzende Siegfried Neske über die neuesten Forschungsergebnisse, weiß über die Gefahren und Möglichkeiten Bescheid. Er ist zufrieden und auch stolz, dass alle 30 der im letzten Jahr eingewinterten Bienenvölker auf dem Lehrbienenstand am Wasserturm im Eichenpark überlebt haben. „Anscheinend haben wir mit unseren Bienen alles richtig gemacht“, sagt er mit Hinweis auf umfangreiche Hygienemaßnahmen.
Die Bienenvölker, die am Wasserturm im Lehrbienenstand leben, sind als besonders sanftmütige gezüchtet. Noch nie hat es Probleme im Eichenpark mit Spaziergängern gegeben und auch auf den Spielplätzen sind Bienen noch nie auffällig geworden. Ebenso soll es jetzt in der IGS laufen. Bei Temperaturen ab 12 bis 15 °C sammeln sie fleißig aus den Blüten im Umkreis von etwa 2,5 Kilometern den Nektar aus Blüten – je nach Jahreszeit zunächst an Obstbäumen, später Linden, Kastanien und Raps. „Die Umgebung ist für Bienen ideal“, weiß Neske aus Erfahrung. Auf zwei Ernten pro Jahr dürfen sich die Schüler freuen, jeweils knapp 25 Kilogramm Honig werden dann geschleudert und für die Vermarktung gibt es jetzt schon viele begeisterte Ideen.
Bis dahin wird beobachtet und kontrolliert, ob im Stock alles in Ordnung ist. Dank der Hilfe des Fördervereins konnten professionelle Schutzanzüge angeschafft werden, so dass die Schüler alle notwendigen Arbeiten machen können. Trotzdem – der Respekt vor dem Summen bleibt. „Ein wenig Angst habe ich noch“, hört man vereinzelt in der Arbeitsgemeinschaft, aber das wird sich mit der Routine legen - spätestens, wenn geerntet wird.